Negotin und seine Steinkeller: der Wein Serbiens, den noch niemand entdeckt hat
Im äußersten Osten Serbiens, an der Grenze zu Rumänien und Bulgarien, verbergen die Dörfer Rajac und Rogljevo 400 historische, in den Fels gehauene Weinkeller – und Weine, die Bordeaux vergessen lassen.
Es gibt einen Winkel Serbiens, in dem die Steinhäuser nicht dem Wohnen dienen: Sie dienen dem Wein. Im Hinterland von Negotin, einer Kleinstadt mit zwölftausend Einwohnern im äußersten Osten des Landes, hüten die Dörfer Rajac und Rogljevo ein weinkulturelles Erbe, das auf dem Balkan seinesgleichen sucht: rund 400 historische Keller – die pivnice – zwischen dem 18. und 19. Jahrhundert aus behauenen Steinen, Eichenbalken und Stampflehmböden errichtet, in denen die Eichenfässer in Dunkelheit und konstanter Temperatur reifen.
Die pivnice von Rajac und Rogljevo
Die Keller von Rajac – etwa 250 Gebäude, die sich wie ein kleines mittelalterliches Dorf an einen Hang schmiegen – wurden ab dem 18. Jahrhundert von Bauernfamilien errichtet, die einen kühlen, stabilen Ort brauchten, um den Wein aus den umliegenden Weinbergen reifen zu lassen. Jeder Keller gehörte einer anderen Familie, kenntlich gemacht durch in die Tür eingemeißelte Symbole: ein Kennzeichnungssystem, das jeder modernen Etikette vorausging. Viele sind noch heute in Betrieb und bieten Verkostungen direkt beim Erzeuger an, oft auf Holzbänken im Keller selbst, zu Preisen zwischen drei und fünf Euro pro Glas.
Der Dionysos von Gamzigrad und die römische Tradition
Die Weinbautradition dieser Gegend ist nicht mittelalterlich: Sie ist römisch. Wenige Kilometer von Zaječar entfernt hat die Stätte Gamzigrad – Felix Romuliana, Stadt des Kaisers Galerius, UNESCO-Welterbe – ein kolossales Mosaik des Gottes Dionysos zutage gefördert, das belegt, dass die Rebe hier schon im 3. Jahrhundert nach Christus kultiviert wurde. Die autochthonen Rebsorten Skadarka und Tamjanika (ein aromatischer Weißwein) sind bis heute in der Weinregion Negotin am weitesten verbreitet.
Wie man den Besuch organisiert
Negotin liegt etwa 250 Kilometer von Belgrad entfernt und ist in dreieinhalb Stunden per Bus für rund 1.200 Dinar (etwa zehn Euro) erreichbar. Die Dörfer Rajac und Rogljevo erreicht man nur mit Auto oder Taxi: Direkte öffentliche Verkehrsverbindungen gibt es keine. Die beste Reisezeit sind September und Oktober zur Weinlese, wenn die Keller ihre Türen öffnen und das Traubenerntefest die Dörfer in ein Dauerfest verwandelt. Im Sommer kann die Hitze in der Donauebene beißend sein; der Frühling ist frisch, und die Weinberge blühen.
Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Negotin und seine Steinkeller?
Il periodo consigliato è Mai, Juni, September e Oktober, quando è meno affollata.
Negotin und seine Steinkeller è affollata?
Negotin und seine Steinkeller è una meta quasi deserta rispetto alle destinazioni più turistiche.
Dove si trova Negotin und seine Steinkeller?
Negotin und seine Steinkeller si trova in Negotin, Ostserbien, Serbien.