Nationalpark Foreste Casentinesi, Toskana, Italien

Wanderung im Casentino-Wald und zur Einsiedelei von Camaldoli

Im Herzen des toskanisch-romagnolischen Apennins schützt der Nationalpark Foreste Casentinesi uralte Buchenwälder, die zum UNESCO-Welterbe gehören, sowie alte Einsiedeleien. Eine stille Welt aus Wäldern und Spiritualität, nur einen Katzensprung von der überlaufenen Toskana entfernt, in der die Pfade fast leer bleiben.

Foto di Nationalpark Foreste Casentinesi, Toskana, Italien — Wanderung im Casentino-Wald und zur Einsiedelei von Camaldoli

Foto: Marcogligio (CC BY-SA 4.0) — Wikimedia Commons

Nördlich von Arezzo, wo die Toskana entlang des Apenninkamms in die Romagna übergeht, erstreckt sich einer der unberührtesten Wälder Italiens. Der Nationalpark Foreste Casentinesi, Monte Falterona und Campigna bewahrt Wälder, die so alt und intakt sind, dass einige seiner Buchenurwälder in das UNESCO-Weltnaturerbe aufgenommen wurden. Und dennoch bleibt diese Ecke abseits: Wer die Toskana besucht, eilt zu den Kunststädten und den Hügeln des Chianti und vergisst, dass es wenige Dutzend Kilometer entfernt einen Apennin gibt, geprägt von riesigen Bäumen, Hirschen, Wölfen und einer tiefen Stille.

Camaldoli

Das spirituelle und symbolische Herz des Parks ist Camaldoli. Hier, mitten im Wald, liegt der vor fast tausend Jahren gegründete Klosterkomplex: weiter unten das Kloster mit seiner alten Apotheke und, ein Stück höher im Wald, das Heilige Eremitorium mit seinen stillen Zellen. Die Kamaldulenser-Mönche haben diese Wälder jahrhundertelang gehütet und gepflegt, und auch ihnen ist es zu verdanken, dass die Bäume so imposant bis zu uns gelangt sind. Von Camaldoli aus zur Einsiedelei zu wandern, auf Pfaden zwischen Weißtannen und Buchen, ist zugleich eine naturkundliche Wanderung und ein Eintauchen in die klösterliche Berggeschichte.

La Verna und die Wanderwege

Der andere Pol des Parks ist das Heiligtum von La Verna auf der Seite von Arezzo, wo der heilige Franziskus die Wundmale empfing: ein großer, an einen Felsvorsprung geklammerter religiöser Komplex, umgeben von einem monumentalen Wald aus Buchen und Tannen, der selbst ein Ort der Sammlung ist. Zwischen Camaldoli und La Verna spannt sich ein dichtes Netz vom CAI markierter Wege. Die bekanntesten Naturziele sind der Wasserfall Cascata dell'Acquacheta, den schon Dante besang und der von der romagnolischen Seite bei San Benedetto in Alpe zu Fuß erreichbar ist, sowie der Aufstieg zum Monte Falterona, wo der Arno entspringt. Wälder wie Sasso Fratino, ein integrales Reservat, sind hingegen so streng geschützt, dass sie der Öffentlichkeit nicht zugänglich sind – und gerade dieser strenge Schutz erklärt die außergewöhnliche Naturbelassenheit der Orte.

Anreise

Am praktischsten ist die Anreise mit dem Auto. Von der toskanischen Seite steigt man durch das Casentino, das obere Arnotal, empor, vorbei an Bibbiena, Poppi mit seinem prächtigen Schloss und Stia; von der romagnolischen Seite erreicht man Santa Sofia, Premilcuore und Bagno di Romagna. Die Besucherzentren des Parks, etwa jenes in Badia Prataglia, liefern Karten und aktuelle Hinweise zu den Wegen. Sobald man im Wald ist, bewegt man sich nur zu Fuß und wählt Rundwege passend zum eigenen Tempo: Es gibt kurze Spaziergänge rund um Camaldoli und längere, anspruchsvollere Routen entlang des Grenzkamms zwischen Toskana und Romagna. Viele Strecken sind Rundwege und gut markiert und erlauben es, den Tag an den eigenen Kräften auszurichten, ohne sich zu weit von den Stützpunkten zu entfernen.

Reisezeit

Die beste Zeit reicht vom Spätfrühling bis in den Herbst. Juni und Juli bieten kühle, schattige Wälder – eine Wohltat, wenn die toskanische Ebene glüht –, während der September die ersten Farben und, während der Hirschbrunft, das Röhren bringt, das im Morgen- und Abendlicht in den Tälern widerhallt. In diesen Monaten werden die klassischen Ziele der Toskana überrannt, während hier die Dichte der Bäume die der Besucher bei Weitem übersteigt und man oft alleine wandert. Der späte Herbst schenkt das spektakulärste Laubfärben, doch die Tage werden kürzer und in höheren Lagen wird es bereits kalt.

Ein praktischer Tipp: Brich früh am Morgen auf, sowohl um den Wald in den stillsten Stunden zu genießen als auch, um die Chance auf Wildtierbeobachtungen zu haben, die sich bei Sonnenaufgang und Dämmerung zeigen. Bring Wanderschuhe, warme Schichten auch im Sommer und genügend Wasser mit, denn tief im Wald sind Auffüllstellen rar. Und denk daran, dass dies nicht nur Naturorte sind, sondern Orte der Einkehr: sich langsam und leise zu bewegen, besonders in der Nähe der Einsiedeleien, ist der richtige Weg, um sich von einer der unberührtesten Ecken des Apennins durchdringen zu lassen.

Praktische Reiseführer für Arezzo

Praktische Informationen

Qual è il periodo migliore per visitare Wanderung im Casentino-Wald und zur Einsiedelei von Camaldoli?

Il periodo consigliato è Juni, Juli e September, quando è meno affollata.

Dove si trova Wanderung im Casentino-Wald und zur Einsiedelei von Camaldoli?

Wanderung im Casentino-Wald und zur Einsiedelei von Camaldoli si trova in Nationalpark Foreste Casentinesi, Toskana, Italien.

Adatto a: Giugno Luglio Settembre

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