Santa Severina – byzantinische Festung und Baptisterium
Auf einer steil abfallenden Hochebene im Marchesato von Crotone bewahrt Santa Severina ein einzigartiges byzantinisches Baptisterium und ein intaktes normannisches Kastell.
Foto: Pakycassano (CC BY-SA 4.0) — Wikimedia Commons
Santa Severina: das steinerne Schiff
Von unten betrachtet wirkt Santa Severina wie ein steinernes Schiff, das auf einer Tuffplattform gestrandet ist, die aus der Landschaft von Crotone aufragt. Dieses Dorf mit knapp zweitausend Einwohnern, in 326 Metern Höhe gelegen, bewahrt eines der reichsten und am wenigsten bekannten monumentalen Erben Kalabriens: ein perfekt restauriertes normannisches Kastell, eine Kathedrale mit einem im Westen einzigartigen byzantinischen Baptisterium und eine Geschichte, die durchgängig Griechen, Byzantiner, Normannen und Staufer durchquert.
Was man in Santa Severina sehen sollte
Das normannische Kastell
Das Kastell von Santa Severina zählt zu den besterhaltenen Süditaliens. Von Robert Guiskard im 11. Jahrhundert auf bereits bestehenden byzantinischen Befestigungen errichtet, beherrscht es das Dorf von einem natürlichen Vorsprung mit 360-Grad-Blick über das Tal des Neto. Im Inneren beherbergt es das Archäologische Museum mit Fundstücken von der Vorgeschichte bis zum Mittelalter sowie mit Fresken geschmückte Säle, die das Leben am Feudalhof dokumentieren. Der zentrale Bergfried, die Ecktürme und der in den Fels gehauene Graben bilden einen imposanten und fotogenen Komplex. Der Eintritt kostet wenige Euro und das Museum verdient mindestens eine Stunde.
Die Kathedrale und das Baptisterium
Die Kathedrale Santa Maria Assunta, im Laufe der Jahrhunderte umgestaltet, hat normannische Ursprünge, sichtbar in der Apsis und im Portal. Doch der wahre Schatz steht daneben: das Baptisterium, ein kreisförmiger byzantinischer Bau aus dem 8.–9. Jahrhundert, zeitgleich mit den Baptisterien Ravennas und in Kalabrien einzigartig in seiner Art. Der einem Kreis eingeschriebene griechische Kreuzgrundriss, die Säulchen und die Freskenfragmente schaffen eine Atmosphäre, die direkt in die Zeit zurückführt, als Santa Severina Sitz einer bedeutenden griechischen Diözese war. Der Besuch ist im Ticket der Kathedrale enthalten.
Der historische Ortskern
Durch Santa Severina zu schlendern ist ein stilles Vergnügen. Der Hauptplatz Piazza Campo öffnet sich zwischen Kastell und Kathedrale wie ein steinerner Salon. Die Straßen laufen strahlenförmig zum Zentrum zusammen, gesäumt von Adelspalästen mit barocken Portalen. Die etwas abgelegeneren Kirchen Chiesa dell'Addolorata und Chiesa di Santa Filomena bewahren Stuckarbeiten und Gemälde aus dem 18. Jahrhundert. Der Aussichtspunkt auf der Nordseite des Dorfes bietet einen dramatischen Blick auf die Erdrutschhänge und auf die Landschaft, die zum Meer hin abfällt.
Das Diözesanmuseum
Im Bischofspalast neben der Kathedrale eingerichtet, sammelt es Messgewänder, Silber, Gemälde und illuminierte Handschriften, die die Bedeutung der Diözese von Santa Severina, einer der ältesten Kalabriens, dokumentieren. Zu den wertvollsten Stücken zählen ein byzantinisches Reliquiar aus Silber und ein bestickter Chormantel aus dem 16. Jahrhundert.
Was man essen sollte
Santa Severina liegt im Herzen des Marchesato von Crotone, Land des Hartweizens und bäuerlicher Traditionen:
- Pitta con la sardella – lokales Brot, gefüllt mit Sardella (scharfer Creme aus Weißfischen und Peperoncino), der prägendste Geschmack des Crotonesischen
- Pasta e patate alla severinate – im Tontopf gegart mit fadenziehendem Provola und einem Schuss kaltem Öl
- Pecorino Crotonese DOP – in natürlichen Grotten gereift, würzig und krümelig
- Wein Cirò DOC – der älteste Rotwein Italiens, wenige Kilometer östlich aus Gaglioppo-Trauben produziert
Anreise
Santa Severina liegt 30 km von Crotone und rund 130 km von Cosenza entfernt. Mit dem Auto erreicht man es über die SS107 (Cosenza–Crotone), Ausfahrt Scandale, und dann über die Provinzstraße. Von Crotone steigt man in rund 40 Minuten auf einer Panoramastraße hinauf. Der nächstgelegene Bahnhof ist Crotone an der Ionischen Linie, von dem Busse ins Dorf fahren, allerdings mit begrenzter Taktung. Der Flughafen Crotone Sant'Anna (sofern aktiv) liegt 35 km entfernt; alternativ ist Lamezia Terme zwei Stunden entfernt.
Wann hinfahren
Die besten Monate sind April bis Juni und September bis November. Im Frühling füllt sich die Landschaft rund um das Dorf mit Mohn und grünem Getreide und schafft einen einprägsamen Farbkontrast zum goldenen Tuff der Mauern. Der Herbst ist Weinlesezeit im nahen Cirò-Gebiet. Der Sommer ist sehr heiß, aber die Abende am Aussichtspunkt sind luftig. Im Winter ist das Dorf verlassen und eindrucksvoll, mit den Erdrutschhängen, die unter tief hängenden Wolken die Farbe wechseln.
Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Santa Severina?
Il periodo consigliato è April, Mai, Juni, September, Oktober e November, quando è meno affollata.
Santa Severina è affollata?
Santa Severina è una meta quasi deserta rispetto alle destinazioni più turistiche.
Dove si trova Santa Severina?
Santa Severina si trova in Santa Severina, Kalabrien, Italien.