Pantalica, die Totenstadt im Fels
In den Schluchten des Anapo, in Sizilien, durchbohren Tausende prähistorische Gräber die Kalkwände: ein stiller Canyon, UNESCO-Welterbe, wo die Geschichte spürbar wird.
Foto: Foto: Nunzio Bruno (CC BY-SA 4.0) — Wikimedia Commons
Es gibt Orte in Italien, an denen die Menschenmassen einfach nicht ankommen, und Pantalica ist einer davon. Wenige Kilometer von Sortino entfernt, mitten im südöstlichen Sizilien, ist ein großes Kalksteinplateau von tiefen Schluchten umgeben, die die Flüsse Anapo und Calcinara über Jahrtausende in den Fels gegraben haben. An diesen senkrechten Wänden verliert sich das Auge beim Zählen unzähliger kleiner dunkler Öffnungen: Es sind Gräber, zwischen dem 13. und 7. Jahrhundert vor Christus mit der Hand in den Fels geschlagen.
Die Stadt der Gräber
Die Zahl der Grabkammern wird auf rund fünftausend geschätzt, verteilt auf mehrere Nekropolen rund um das Plateau. Die Nordnekropole allein, hoch über den Stromschnellen des Calcinara, umfasst etwa tausend, die wie Fenster einer vertikalen Stadt an den steilen Hängen aufgereiht sind. Für die Archäologen sind sie das Zeugnis der Sikuler, jener Völker, die diesen Winkel Siziliens vor der Ankunft der griechischen Kolonisten bewohnten. Auf der Hochebene liegen die Reste des Anaktoron, eines Gebäudes aus massiven Steinblöcken, das als Fürstenpalast gedeutet wird.
Eine lebendige Landschaft
Das Außergewöhnliche daran ist, dass hier kein umzäuntes Museum besichtigt wird, sondern eine lebendige Landschaft. Pantalica ist zugleich Naturschutzgebiet: Zwischen den Gräbern fließt klares Wasser, wachsen Platanen und wilde Oleander, und in den Becken des Anapo lässt sich im Sommer baden. Die Stille ist fast total, nur durchbrochen vom Wind und den Rufen der Greifvögel, die in den Wänden nisten.
Fern der Menge
Gerade weil Pantalica seit 2005 UNESCO-Welterbe ist, würde man Andrang erwarten: Stattdessen findet, wer hierher kommt, fast verlassene Pfade vor, weit weg vom Massentourismus, der Syrakus und das nahe Meer belagert. Man kommt am besten zu Fuß, mit passendem Schuhwerk, Wasser und ohne Eile. Man betritt das Gebiet von Sortino oder von Ferla aus, steigt in die Schlucht hinab und wandert stundenlang zwischen Vorgeschichte und Natur.
Lassen Sie die Gräber, wie Sie sie vorgefunden haben, brechen Sie keine Steine oder Blumen ab, nehmen Sie Ihren Müll wieder mit. Pantalica hat sich dreitausend Jahre lang unversehrt gehalten: Es liegt an uns, es nicht zu zerstören.
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Anreise
Pantalica erreicht man mit dem Auto, mit zwei Haupteingängen ins Anapo-Tal: einem auf der Seite von Ferla und einem auf der Seite von Sortino. Von Syrakus fährt man über die Staatsstraßen Richtung Floridia und Solarino bis Ferla, etwa eine Stunde Fahrt. Der zuständige Flughafen ist Fontanarossa in Catania, von dem Sortino etwa eine halbe Stunde entfernt liegt. In der Nähe des Geländes gibt es keine Bahnhöfe, sodass das eigene Fahrzeug die praktischste Lösung ist.
Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Pantalica?
Il periodo consigliato è April, Mai, Juni, September e Oktober, quando è meno affollata.
Pantalica è affollata?
Pantalica è una meta molto tranquilla rispetto alle destinazioni più turistiche.
Dove si trova Pantalica?
Pantalica si trova in Sortino, Sizilien, Italien.
Anfahrt
- 🚆 Nächster Bahnhof: Priolo-Melilli ~15 km Luftlinie
- ✈️ Nächster Flughafen: Aeroporto di Catania Fontanarossa CTA ~37 km Luftlinie
Punti più vicini in linea d'aria (fonte OpenStreetMap): i tempi reali dipendono dalle strade, spesso di montagna.