Ostsizilien mit dem Zug: Catania, Siracusa und das Val di Noto ohne Auto
Catania, Siracusa und das Val di Noto mit Regionalzügen und der Barocco Line: eine autofreie Reise zwischen Barock, griechischen Festungen und Keramik.
Das Auto zu Hause lassen und Ostsizilien mit dem Zug – Sicilia orientale in treno senza auto – zu durchqueren, ist einfacher, als man denkt: Die Gleise berühren fast alles, was zwischen Catania, Siracusa und dem Val di Noto zählt, und die langsamen Abschnitte werden Teil der Reise statt lästig. Die Regionallinie Catania–Siracusa verläuft entlang der ionischen Küste, dann geht von Siracusa die historische Strecke nach Gela ab, die das hybläische Hochland durchquert. Im Sommer aktiviert Trenitalia die Barocco Line, einen saisonalen Dienst, der in Fontane Bianche, Avola, Noto, Pozzallo, Scicli, Modica, Ragusa Ibla und Donnafugata hält: eine einzige Linie für fast alle Barockstädte des UNESCO-Erbes. So baut man eine sinnvolle Route auf, mit den interessantesten Etappen, die man zu Fuß, mit dem Ortsbus oder in kurzer Distanz vom Bahnhof erreicht.
Von Catania aus
Startpunkt ist Catania, Drehkreuz des gesamten Systems. Der Hauptbahnhof liegt nahe am Hafen und am Fischmarkt, und in wenigen Minuten steht man zwischen den Lavasteinen der Piazza Duomo. Catania ist auch Endstation der Ferrovia Circumetnea, einer Schmalspurbahn, die den Vulkan bis Randazzo umrundet: eine Panoramafahrt zwischen schwarzen Lavaströmen und den Weinbergen des Ätna. Von Randazzo erreicht man mit einem Anschlussbus die Alcantara und die Cuba di Santa Domenica, eine kleine byzantinische Kuppelkirche, verloren zwischen den Weinbergen – ideal für alle, die begreifen wollen, dass Ostsizilien nicht nur Barock und Meer ist.
Siracusa und Umgebung
Von Catania nach Siracusa braucht der Regionalzug etwas mehr als eine Stunde. Siracusa ist die ideale Basis: Ortigia lässt sich ganz zu Fuß erkunden, und der archäologische Park der Neapolis liegt zwanzig Minuten vom Bahnhof entfernt. Auch Ausflüge, für die man normalerweise das Auto bräuchte, sind hier mit Stadtbus und etwas Gehen möglich. Der erste führt zum Castello di Eurialo, der griechischen Festung, die das Hochland der Epipoli verteidigte: Gräben, Gänge und Türme, erreichbar mit der AST-Linie nach Belvedere. Der zweite, für Reisende mit mehr Zeit, ist Pantalica, die Felsen-Nekropole im Anapo-Tal, wo Tausende in den Fels gehauene Gräber auf den Fluss blicken: Man kommt mit dem Ortsbus nach Ferla und dann zu Fuß über die Wege des Naturschutzgebiets.
Das Val di Noto
Das Herz der Reise ist das Val di Noto. Von Siracusa fährt der Zug nach Süden: Avola und seine Mandeln, dann Noto, die Hauptstadt des Barocks, wo die Treppe der Kathedrale und die Via Nicolaci fünf Minuten vom Bahnhof entfernt liegen. Weiter geht es nach Modica, geteilt in Modica Alta und Modica Bassa und berühmt für die kalt hergestellte Schokolade, und nach Ragusa, mit dem in den Monaten der Barocco Line praktisch gelegenen Bahnhof in Ragusa Ibla. Dazwischen lohnt der Stopp in Scicli, Drehort vieler Folgen des Commissario Montalbano. Es ist eine langsame Strecke – der Anstieg in die Iblei ist ein Ingenieursmeisterwerk mit spiralförmigen Kurven im Stil des Gotthards –, aber genau diese Langsamkeit sucht man, wenn man auf das Auto verzichtet.
Um das Barockdreieck zu vollenden, gibt es Caltagirone an der Linie Catania–Gela: die berühmte Scalinata di Santa Maria del Monte, 142 mit bemalter Majolika verkleidete Stufen, führt vom historischen Zentrum bergauf und ist zu Fuß vom Bahnhof erreichbar. Es ist die Stadt der Keramik und einen halben Tag zwischen Werkstätten und Innenhöfen wert.
Wer noch mehr Tage hat, kann dasselbe Netz nutzen, um sich weiter nach Westen und Norden zu bewegen – immer per Zug. An der tyrrhenischen Linie Messina–Palermo halten Cefalù mit den megalithischen Mauern und dem Tempel der Diana auf der Rocca hoch über dem Meer, und Patti, von wo aus man die römischen Mosaike von Patti Marina erreicht, eine spätantike Villa, die unter dem Autobahnviadukt bewahrt ist. Endstation im Westen ist Palermo, wo man sich zwischen den arabischen Innenhöfen von Kalsa und Cala verlieren und die roten Kuppeln von San Giovanni degli Eremiti mit ihrem arabo-normannischen Kreuzgang bewundern kann. Noch weiter westlich fährt der Regionalzug bis Marsala: Von dort führt eine kurze Überfahrt nach Mozia und den Salinen, der phönizischen Insel, die in der Lagune des Stagnone schwebt.
Praktische Tipps
Ein paar praktische Hinweise. Die sizilianischen Regionalzüge sind günstig, aber selten: nur wenige Züge am Tag auf vielen Strecken, weshalb es sich lohnt, die Fahrpläne vorab auf der Website von Trenitalia zu prüfen und Puffer bei den Umstiegen einzuplanen, meist in Siracusa oder Catania. Die Barocco Line verkehrt nur in der Hochsaison und mit wechselndem Kalender: jedes Jahr neu prüfen. Für die Etappen außerhalb der Zentren – Eurialo, Pantalica, die Cuba der Alcantara – braucht man Ortsbusse mit dünner Taktung, am besten morgens. Frühling und Frühherbst bleiben die besten Zeiten: mildes Klima, lebbare Städte und weniger überfüllte Züge.
Praktische Guides
Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Ostsizilien mit dem Zug?
Il periodo consigliato è April, Mai, Juni, September e Oktober, quando è meno affollata.
Dove si trova Ostsizilien mit dem Zug?
Ostsizilien mit dem Zug si trova in Italien.