Radweg der Nebrodi zwischen Buchenwäldern und Seen
In den Nebrodi-Bergen auf Sizilien bleibt der ausgedehnteste Wald der Insel im Schatten des Ätna unbeachtet. Fast menschenleere Hirtenstraßen zwischen Buchen, Pferden und freilaufenden schwarzen Schweinen: ein langsamer Berg, wo man fast niemandem begegnet.
Foto: Davide Mauro (CC BY-SA 4.0) — Wikimedia Commons
Wenn man an sizilianische Berge denkt, kommt einem nur der Ätna in den Sinn, und der Rest verschwindet. Die Nebrodi-Berge, der bewaldete Höhenzug, der entlang der tyrrhenischen Küste zwischen Messina und den Madonien verläuft, bleiben abseits jeder Route: keine Postkarten, keine Menschenmengen, nur Kammstraßen, auf denen man stundenlang nur den Wind in den Buchen und die Glocken der Herden hört. Genau darin liegt ihr Reiz für alle, die in die Pedale treten.
Der Nebrodi-Park
Das Herz der Route ist der Nebrodi-Park, das größte Schutzgebiet Siziliens, mit dem ausgedehntesten Buchenwald der Insel. Man startet meist von den Vorbergdörfern wie Cesarò oder San Fratello, Hirtenorte, in denen der Tag von der Arbeit auf den Weiden bestimmt wird. Von hier steigen die Straßen zur Hochebene hinauf und berühren die kleinen Wasserflächen, die diesem Berg Charakter verleihen: den Lago Maulazzo, eingebettet in den Buchenwald von Bosco di Mangalaviti, und den nahen Lago Biviere di Cesarò, ein Feuchtgebiet in großer Höhe, in dem Wasservögel rasten und von dem aus man an klaren Tagen den rauchenden Ätna in der Ferne sieht. Es sind die Punkte, die der Reise ihren Rhythmus geben, Orte, an denen es sich lohnt, lange zu verweilen.
Entlang der Strecke ist die eindrucksvollste Begegnung die mit den frei lebenden Tieren: die Sanfratellani-Pferde, eine kräftige einheimische Rasse, und die schwarzen Schweine der Nebrodi grasen frei entlang der Straßen und in den Wäldern. Es kommt vor, dass man anhalten und warten muss, bis eine Herde in Ruhe die Straße überquert: das gehört zum Erlebnis, es ist keine Störung. Ringsum erinnern Buchenwälder, Hochweiden und Lichtungen daran, dass dies ein grünes Sizilien ist, weit entfernt vom Badebild der Insel.
Schwierigkeit und Untergrund
Praktisch gesehen ist es eine Bergroute und muss mit angemessenem Bewusstsein angegangen werden. Man radelt größtenteils auf asphaltierten Nebenstraßen mit wenig Verkehr und auf Hirtenpisten und Forstwegen, deshalb ist ein Gravelrad oder ein Mountainbike die vernünftigste Wahl; einige Abschnitte sind auch für ein robustes Reiserad geeignet. Der Höhenunterschied ist anspruchsvoll: Man bleibt in Höhe, mit langen Anstiegen und ständigem Auf und Ab zwischen den Pässen, und wenige wirklich ebene Zonen. Es ist keine Route für gemütliche Ausflügler, aber wer trainierte Beine hat, wird mit Ausblicken belohnt, die vom Tyrrhenischen Meer bis zu den Äolischen Inseln reichen.
Als Zugang dienen die tyrrhenische Küste zwischen Sant'Agata di Militello und Capo d'Orlando, von wo aus man zu den Bergdörfern hinaufsteigt, oder die Innenseite von Cesarò aus, mit dem Auto erreichbar. Die Verbindungen mit öffentlichen Verkehrsmitteln sind spärlich, daher lohnt es sich, die Anreise gut zu organisieren und die Dörfer als Stützpunkte für die Übernachtungen zu betrachten.
Wann fahren
Die richtige Zeit ist der späte Frühling, um den Mai, und der frühe Herbst, im September. Im Mai sind die Weiden grün und blühend und das Klima in der Höhe frisch und angenehm; im September wird das Licht sanfter, die Wälder beginnen sich zu verfärben und die Luft wird nach der sommerlichen Schwüle wieder klar. Es sind auch die Monate, in denen man die Menschenmenge komplett meidet: Während die sizilianischen Küsten überlaufen sind, findet man hier oben in den Bergen Stille und leere Straßen. Der Hochsommer bringt neben der Hitze auch Brandgefahr und Schwüle bis in diese Höhen; der Winter kann Schnee bringen und die Pässe schließen.
Praktische Tipps
Ein praktischer Tipp: Nimm ausreichend Wasser und Essen mit, denn zwischen einem Dorf und dem nächsten sind die einsamen Abschnitte lang und die Verpflegungsmöglichkeiten selten. Nutze aber die Gelegenheit, um in den Dörfern anzuhalten und lokale Produkte zu suchen, vom schwarzen Schwein bis zu den Weidekäsen: Die kleinen Hirtenbetriebe zu unterstützen ist die richtigste Art, die Nebrodi zu durchqueren. Und starte früh am Morgen, wenn das Licht durch die Buchenwälder schneidet und du eher die Chance hast, Pferden und Herden in ihrem ruhigsten Moment zu begegnen.
Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Radweg der Nebrodi zwischen Buchenwäldern und Seen?
Il periodo consigliato è Mai e September, quando è meno affollata.
Dove si trova Radweg der Nebrodi zwischen Buchenwäldern und Seen?
Radweg der Nebrodi zwischen Buchenwäldern und Seen si trova in Nebrodi-Berge, Sizilien.