Radweg durch das Val di Noto bis nach Pantalica
Im Südosten Siziliens, zwischen Syrakus und Ragusa, durchziehen Nebenstraßen eine Landschaft aus Trockenmauern bis zur Felsennekropole von Pantalica. Ein ländlicher Barock, auch im Winter befahrbar, weit weg von überfüllten Stränden und Massentourismus.
Foto: Pitero Columba (CC BY-SA 2.0) — Wikimedia Commons
Der Südosten Siziliens ist berühmt für seine barocken Städte, doch fast alle erleben ihn im Auto, von einer Piazza zur nächsten, und lassen dabei die Landschaft aus, die sie miteinander verbindet. Genau dort, auf den Nebenstraßen zwischen Trockenmauern, Johannisbrotbäumen und kalkigen Hochebenen, verbirgt sich eine kaum besuchte Welt: ein ländlicher Barock aus Masserien, eingeschnittenen Tälern und Stille, ideal zum Entdecken mit dem Fahrrad und auch in Monaten befahrbar, die anderswo tot sind.
Die Route verbindet das UNESCO-Welterbe-Dreieck des Val di Noto mit seinem wilderen Hinterland. Man kann von Syrakus und seinem Umland aus starten oder die barocken Zentren der hybläischen Hochebene als Basis nutzen. Zu den unverzichtbaren Etappen gehören die nach dem Erdbeben von 1693 wiederaufgebauten Städte: Noto mit seiner Kulisse aus goldfarbenem Stein, das in seinem Tal gebettete Modica, Ragusa Ibla, das sich an einen Felssporn klammert, und kleinere Orte wie Palazzolo Acreide, eine antike griechische Kolonie mit ihren Ruinen und Kirchen. Zwischen ihnen verlaufen keine großen Straßen, sondern kaum befahrene Land- und Provinzstraßen, die eine geordnete Landschaft aus Trockenmauern durchqueren – eine der markantesten der Insel.
Pantalica
Höhepunkt der Reise ist Pantalica, die große Felsennekropole, die in die Wände eines Canyons gehauen wurde, in dem der Fluss Anapo den Kalkstein eingeschnitten hat. Tausende bronzezeitliche Kammergräber übersäen die Felswände in einer Landschaft, die Archäologie und Natur verschmelzen lässt. Es ist eine UNESCO-Welterbestätte und dennoch außerordentlich still: Man erreicht sie über schmale Straßen, und die eigentliche Erkundung geschieht zu Fuß – das Rad bleibt zurück, und man wandert auf der Trasse der stillgelegten Bahnlinie das Anapo-Tal hinauf. Der Halt in Pantalica allein lohnt die Reise.
Gelände und Schwierigkeit
Technisch ist es eine Route auf verkehrsarmen Nebenstraßen mit einigen Schotterabschnitten in die Naturgebiete. Ein Tourenrad oder ein Gravelbike sind perfekt. Das Gelände ist keine Ebene: Die hybläische Hochebene ist ein ständiges Auf und Ab aus Tälern und Kämmen, mit einigen kräftigen Anstiegen aus den Tälern heraus, in denen die Altstädte liegen – etwa der Aufstieg aus Modica oder die Zufahrt nach Ragusa Ibla. Der Gesamteinsatz ist mittel: Es fehlen die großen Höhenunterschiede der Berge, aber auch lange, ruhende Passagen.
Als Anlaufpunkte dienen Syrakus und Ragusa, beide per Zug erreichbar und ans Hauptstraßennetz angebunden; von dort taucht man in die Nebenstraßen ein. Es lohnt sich, in Etappen zu reisen und die barocken Orte als Übernachtungsbasis zu nutzen, um Radfahren und Besichtigungen in Ruhe zu verbinden.
Wann hinreisen
Der große Vorteil dieser Gegend ist die lange Saison. Die beste Zeit reicht vom Frühling ab März bis in den späten Herbst hinein, bis in den November. Im Frühling ist die hybläische Landschaft grün und blühend, das Klima mild; im Herbst ist das Licht golden, und die Temperaturen bleiben lange nach dem Ende der Touristensaison angenehm. Gerade weil man nicht wegen des Meeres kommt, kannst du in den Nebenmonaten und sogar an schönen Wintertagen radeln, wenn die barocken Städte sich leeren und die Landstraßen ganz dir gehören. Der Hochsommer bringt hingegen große Hitze auf die trockene Hochebene und ist besser zu meiden.
Praktische Tipps
Ein praktischer Rat: Brich in den frühen Morgenstunden auf und plane die Besichtigungen der Altstädte für den Nachmittag oder Abend, wenn der Barockstein im Streiflicht aufleuchtet – der schönste Moment, um Noto oder Ragusa Ibla zu durchqueren. Nimm auf den einsameren Abschnitten der Hochebene reichlich Wasser mit und lass dir Zeit für die lokalen Erzeugnisse, von der Schokolade aus Modica bis zu den hybläischen Käsesorten: Es ist eine Landschaft, die man besser genießt, wenn man anhält, statt zu rasen.
Praktische Guides
Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Radweg durch das Val di Noto bis nach Pantalica?
Il periodo consigliato è März e November, quando è meno affollata.
Dove si trova Radweg durch das Val di Noto bis nach Pantalica?
Radweg durch das Val di Noto bis nach Pantalica si trova in Südöstliches Sizilien, Syrakus-Ragusa.