Der Alpe-Adria-Radweg von Tarvisio nach Grado
Eine langsame Radabfahrt von den Julischen Alpen an die Adria, entlang einer ehemaligen Bahnstrecke, die von Tarvisio bis zur Lagune von Grado führt. Eine Grenzregion, die vom Massen-Radtourismus noch kaum entdeckt wurde, zwischen Bergen, Flüssen und Meer.
Foto: Boerl2 (talk) 22:25, 9 October 2010 (UTC) (CC BY-SA 4.0) — Wikimedia Commons
Es gibt Radrouten, die man aus Anstrengung fährt, und andere, die man aus Vergnügen fährt: Der Alpe-Adria-Radweg gehört ganz eindeutig zur zweiten Kategorie. Sein Geheimnis ist die Geografie. Von den Julischen Alpen ausgehend und in Richtung Adria absteigend, folgt die Strecke größtenteils dem Verlauf einer stillgelegten Bahn und erbt deren sanfte Steigungen. Man radelt fast immer bergab oder eben und durchquert das Friaul-Julisch Venetien von Nord nach Süd, in einer Grenzregion, die der Massen-Radtourismus noch nicht entdeckt hat.
Ab Tarvisio
Der italienische Ausgangspunkt ist Tarvisio, im äußersten Norden Friauls, einen Steinwurf von den Grenzen zu Österreich und Slowenien entfernt. Von hier führt der Radweg das Val Canale hinab und folgt dem Bahndamm zwischen Wäldern und Bergen, mit sanierten Tunneln und Viadukten, die das Radeln bequem und stimmungsvoll machen. Es ist ein Auftakt in alpiner Umgebung, kühl und schattig, mit den Julischen Gipfeln als Kulisse.
In die Ebene
Weiter südwärts erreicht man den Canal del Ferro und dann das Gebiet von Venzone und Gemona, wo sich die Berge zur Ebene öffnen. Venzone, mittelalterliches Dorf mit Ringmauer, nach dem Erdbeben von 1976 wiederaufgebaut, verdient einen Halt. Von hier führt die Strecke weiter nach Udine, Hauptstadt mit einem schönen venezianischen Platz, dem Knotenpunkt der Reise. So durchquert der Radweg in wenigen Etappen drei völlig verschiedene Landschaften: die Alpen, die Hügel und die friulanische Ebene.
Bis ans Meer
Aus dem Gebiet von Udine peilt die Route entschlossen das Meer an. Man radelt durch die friulanische Landschaft, durch Felder und kleine Orte, bis man Palmanova erreicht, die berühmte sternförmige Festungsstadt, und dann Aquileia, antike römische und patriarchalische Stadt von enormem historischem Wert. Von Aquileia führt der letzte Abschnitt zur Lagune und zur Insel Grado, mit ihrer Altstadt, den Stränden und dem Lagunenambiente. Die Reise vor der Adria zu beenden, nach dem Aufbruch zwischen den Bergen, ist der eigentliche Sinn dieser Durchquerung.
Der Radweg ist dafür gedacht, in Ruhe und über mehrere Tage befahren zu werden, aufgeteilt in Etappen nach dem Maß der eigenen Beine. Da er von Nord nach Süd überwiegend leicht bergab führt, ist die empfohlene Richtung eben von Tarvisio nach Grado. Für die Rückreise nutzt man die Bahn: Die das Friaul hinaufführende Linie erlaubt es, mit dem Rad im Gepäck nach Norden zurückzukehren, nach den jeweils gültigen Regeln und Services, die man vor der Abreise prüfen sollte. Auch um Tarvisio bei der Anreise zu erreichen, ist der Zug die bequemste Lösung.
Der Untergrund ist zum Großteil asphaltiert oder gut gepflegt, für Reiseräder geeignet; auf den ehemaligen Bahntrassen bleiben die Steigungen gering, was die Strecke auch für Nicht-Sportler und Familien zugänglich macht. Entlang der Strecke fehlt es nicht an Orten zum Auffüllen, Übernachten und Essen, und die eigens ausgeschilderte Beschilderung begleitet den Weg. Es empfiehlt sich dennoch, einen GPS-Track mitzunehmen und Etappen sowie Übernachtungen im Voraus zu planen, besonders in der Hochsaison.
Reisezeit
Die beste Zeit ist die Zwischensaison: Mai und Juni, wenn die Berge grün und die Ebene noch nicht drückend heiß ist, und September, wenn die Hitze nachlässt und sich die Lagune von Grado von den Sommerurlaubern leert. In diesen Monaten meidet man sowohl die Gefahr der Hitze in den Ebenenabschnitten als auch das Badegedränge an der Küste und radelt bei idealen Temperaturen. Es ist auch der Moment, in dem sich das Friaul von seiner ruhigsten Seite zeigt, fernab der touristischen Spitzen.
Ein praktischer Tipp: Organisiert die Rückreise mit der Bahn gleich zu Beginn, denn sie ist es, die diese Reise wirklich für alle machbar macht, ohne die Verpflichtung, bergauf wieder das zu bewältigen, was man bergab gefahren ist. Prüft Fahrpläne und Bedingungen für den Fahrradtransport, brecht morgens auf, um die Etappen mit Muße zu genießen, und gönnt euch lange Pausen in Venzone, Palmanova und Aquileia: Der Alpe-Adria-Radweg ist kein Rennen, sondern eine langsame Art, Italien im Wandel zu betrachten, von den Alpen bis zum Meer.
Praktische Reiseführer für Como
Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Der Alpe-Adria-Radweg von Tarvisio nach Grado?
Il periodo consigliato è April, Mai, Juni, September e Oktober, quando è meno affollata.
Dove si trova Der Alpe-Adria-Radweg von Tarvisio nach Grado?
Der Alpe-Adria-Radweg von Tarvisio nach Grado si trova in Friaul-Julisch Venetien, Italien.