Collio goriziano: Weinberge und Aromen der Grenze
Sanfte Hügel, so weit das Auge reicht mit Reben bedeckt, Weingüter, die den besten Friulano Italiens erzeugen, stille Dörfer beiderseits der slowenischen Grenze. Der Collio goriziano ist die italienische Antwort auf die Langhe, nur ohne die Menge.
Foto: Petar Milošević (CC BY-SA 4.0) — Wikimedia Commons
Es gibt eine Ecke des Friauls, in der die Hügel mit der Anmut der piemontesischen Langhe wogen, aber kein einziger Reisebus am Horizont zu sehen ist. Der Collio goriziano ist ein gesegneter Landstrich, der sich zwischen Gorizia und der slowenischen Grenze erstreckt, eine Abfolge sanft gerundeter Rücken, wo die Rebe seit Jahrhunderten Königin ist. Hier werden einige der besten Weißweine Italiens erzeugt – der Friulano, die Ribolla Gialla, der Collio Bianco – in einer Landschaft, die wie von einem geduldigen Aquarellisten von Hand gemalt wirkt.
Die Reise in den Collio beginnt idealerweise in Cormòns, der önologischen Hauptstadt der Gegend. Die Piazza Libertà mit ihren habsburgischen Arkaden erzählt eine Grenzgeschichte: Hier spricht man Italienisch, Slowenisch und Friulanisch mit gleicher Ungezwungenheit, und die Nachnamen auf den Ladenschildern mischen lateinische und slawische Wurzeln. Die Enoteca di Cormòns am Hauptplatz ist der perfekte Ausgangspunkt: eine Auswahl von über zweihundert lokalen Etiketten zum Verkosten an der Theke, mit dem leidenschaftlichen Rat des Personals, das jede Weinberg und jeden Winzer der Gegend kennt.
Von Cormòns steigt man in die Hügel hinauf. Die Straße nach San Floriano del Collio windet sich zwischen geordneten Rebzeilen empor, unterbrochen von Eichen- und Kirschbaumwäldchen. San Floriano ist eine Handvoll Häuser um eine Kirche mit spitzem Glockenturm, mit einem Blick, der bis zu den Julischen Alpen reicht. Von hier führt einer der schönsten Wege des Collio los: der Sentiero dei Ciliegi, ein etwa zweistündiger Spaziergang durch Weinberge, Weingüter und ländliche Weiler, in denen die Zeit in den 1950er Jahren stehengeblieben scheint. Im Frühling schaffen die blühenden Kirschbäume einen weiß-rosa Teppich, der es mit japanischen Hanami aufnehmen kann.
Der Besuch der Weingüter ist das Herz des Hügelerlebnisses. Erwartet keine glatten Verkostungen der großen Häuser: Hier klopft man am Hoftor des Winzers, und man steigt mit dem Erzeuger in den Keller, der Euch den Weinberg Pflanze für Pflanze erklärt. Zu den Weingütern, die man nicht verpassen sollte, gehören Raccaro in Cormòns, wo der Friulano Gipfel mineralischer Eleganz erreicht; Princic in Pradis für die maischevergorene Ribolla Gialla, die Fahne der Orange Wines, bevor diese zur Mode wurden; und Gravner in Oslavia, der legendäre Josko Gravner, der in georgischen Terrakotta-Amphoren ausbaut und Weine erzeugt, die die Kritiker spalten, aber niemanden gleichgültig lassen.
Oslavia ist einen längeren Halt wert. Dieser winzige Weiler wenige Kilometer von Gorizia entfernt wurde im Ersten Weltkrieg vollständig zerstört – der Hügel war ein zwischen Italienern und Österreich-Ungarn umkämpfter Stützpunkt – und das Beinhaus, das den Kamm überragt, birgt die Überreste von mehr als fünfzigtausend Soldaten. Der Besuch ist bewegend und notwendig: Zwischen den Weinbergen zu spazieren, im Wissen, dass die Erde unter diesen ordentlichen Zeilen noch immer voller Splitter und Erinnerungen ist, rückt jedes Glas Wein in ein anderes Licht.
Zum Essen im Collio hat man die Wahl zwischen rustikalen Trattorien und Restaurants, die es verstanden haben, die Grenzküche zu veredeln, ohne sie zu verraten. La Subida in Cormòns ist eine Institution: Die Karte wechselt mit den Jahreszeiten und reicht vom knusprigen Frico mit Polenta über Ćevapčići slawischer Tradition bis zu Risotti mit Wildkräutern. Alles begleitet von einer Weinkarte, die eine Enzyklopädie des Terroirs ist. Für etwas Informelleres serviert die Osteria Al Ponte in Gradisca d'Isonzo friaulische Traditionsgerichte zu ehrlichen Preisen in lebhafter Atmosphäre, in der einheimische Gäste über Weinlese und Fußball mit gleicher Leidenschaft diskutieren.
Gradisca d'Isonzo, gerade außerhalb des Collio, aber zu nah, um es zu übergehen, verdient mindestens ein paar Stunden. Die venezianische Festung aus dem 15. Jahrhundert wurde restauriert und beherbergt sehenswerte Wechselausstellungen. Die Altstadt mit ihren Renaissance-Palästen und Handwerksläden hat einen zurückhaltenden Charme, der nicht nach Applaus des Touristen sucht.
Der Collio goriziano ist ein Land, das man langsam durchreisen sollte, am besten mit dem Fahrrad oder zu Fuß, mit Halt an jedem Weingut, jedem Aussichtspunkt, jedem Dorf, das hinter einer Kurve auftaucht. Er hat nicht die Zahlen der Langhe, nicht die Menschenmassen des Chianti, nicht die Preise der Franciacorta. Er hat etwas viel Selteneres: die Authentizität eines Ortes, der Exzellenz erzeugt, ohne das Bedürfnis zu haben, sie in die Welt hinauszuschreien. Wer Wein und Stille liebt, findet hier sein Paradies.
Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Collio goriziano?
Il periodo consigliato è Mai, Juni, September e Oktober, quando è meno affollata.
Collio goriziano è affollata?
Collio goriziano è una meta molto tranquilla rispetto alle destinazioni più turistiche.
Dove si trova Collio goriziano?
Collio goriziano si trova in Friaul-Julisch Venetien, Italien.