Emilia-Romagna mit dem Zug: Slow-Route entlang der Via Emilia ohne Auto
Slow-Route für die Erkundung der Emilia-Romagna mit dem Zug ohne Auto: die Hauptachse der Via Emilia und die Abzweigungen zum Po-Delta und in den Apennin.
Die Emilia-Romagna ohne Auto mit dem Zug zu erkunden ist einfacher, als es scheint, denn die Bahnlinie folgt fast wortwörtlich der Trasse der Via Emilia. Die Achse Piacenza–Parma–Reggio Emilia–Modena–Bologna wurde am 21. Juli 1859 eingeweiht und verläuft seither parallel zur römischen Konsularstraße; wenige Monate später kam die Verlängerung nach Forlì, Rimini und Ancona hinzu. Heute verkehren auf diesen Gleisen die Regionalzüge von Trenitalia Tper in dichter Taktung, und mit einem Regional- oder Tagesticket lässt sich eine langsame Reise gestalten, aus Halten zu Fuß und ruhigen Umstiegen.
Bologna, der Knotenpunkt
Der natürliche Angelpunkt ist Bologna, von wo alles Weitere ausstrahlt. Bevor man weiterfährt, lohnt es sich, sich im mittelalterlichen Gassennetz gleich neben dem Bahnhof zu verlieren: das Ghetto und die Pescherie Vecchie sind die engsten Gassen der Stadt, wo noch heute Fisch und Gemüse verkauft werden wie vor Jahrhunderten, während der Komplex von Santo Stefano, die Sieben Kirchen unweit einen romanischen Kreuzgang verbirgt, der still bleibt, auch wenn die Lauben voll sind. Beide erreicht man zu Fuß: Das ist der Sinn einer Reise ohne Auto – am Bahnhof ankommen und losgehen.
Ferrara
Nach Norden führt die Linie nach Venedig in fünfundzwanzig Minuten nach Ferrara, einer der italienischen Städte, die sich am besten für Nichtfahrer eignet, denn sie ist flach und kompakt. Hinter dem Wehrkoloss des Castello Estense öffnen sich die Innenhöfe aus rotem Backstein, abgeschiedene Winkel des Renaissance-Ausbaus, die man beim ziellosen Bummeln entdeckt. Ferrara ist auch das Sprungbrett zum Po-Delta: Die FER-Regionallinie nach Codigoro durchquert die trockengelegte Landschaft und verbindet, mit kurzem Busanschluss, mit Wasserlandschaften, die man auf der Hauptachse nicht erahnt.
An dieser Seite trifft man zuerst auf Argenta, wo die Pieve di San Giorgio und das Museo della Bonifica den jahrtausendealten Kampf zwischen Mensch und Sumpf erzählen. Weiter östlich, nahe Codigoro, erhebt die Abtei von Pomposa ihren Glockenturm über die Ebene: Hier vervollkommnete Guido von Arezzo die Notenschrift, und die Fresken der Kirche allein sind den Umweg wert. Ebenfalls im Delta bewahrt der Bosco della Mesola das letzte Stück Küsten-Auwald, bevölkert von einer seltenen einheimischen Hirschpopulation; er lässt sich gut mit einem Tag auf dem Fahrrad verbinden, das sich problemlos in den Regionalzügen der Zone mitnehmen lässt.
Richtung Romagna
Zurück nach Bologna öffnet die Romagna-Achse eine weitere kostbare Möglichkeit für Zugreisende. In Faenza zweigt die historische Faentina ab, die transappenninische Linie, die über den Mugello nach Florenz hinaufsteigt: Im Januar 2026 nach den Hochwasserarbeiten vollständig wiedereröffnet, ist sie erneut in ganzer Länge befahrbar. Der Halt, den man sich merken sollte, ist Brisighella, Ortschaft der drei Hügel, wo die berühmte Via degli Asini gedeckt in den Häusern verläuft, erhöht und von unregelmäßigen Bögen erleuchtet. Der Bahnhof liegt am Fuß des Orts: Man steigt aus und ist schon mittendrin.
Der Apennin verdient ein eigenes Kapitel, und es sei ehrlich gesagt, dass hier der Zug nur die Hälfte der Arbeit erledigt. Von der emilianischen Hauptachse zweigen Nebenlinien und zahlreiche Linienbusse ab, die in die inneren Täler führen: So gelangt man zu den leeren Dörfern des toskanisch-emilianischen Apennins, Orte, in denen nur noch wenige Seelen leben und Stille die Regel ist. Anspruchsvoller, aber gerade deshalb lohnender, ist der Abstecher nach Sasso Fratino, dem Kernschutzgebiet der Casentinesi-Wälder mit fünfhundertjährigen Buchen, UNESCO-Welterbe: Man erreicht es von Forlì durch Kombination von Zug und Bus, und der Zugang zum Reservat ist reglementiert. Diese letzten Abschnitte auf der Straße mit einzukalkulieren, gehört zum Spiel einer wirklich autofreien Reise.
Praktische Tipps
Einige praktische Ratschläge. Die Regionalzüge entlang der Via Emilia fahren den ganzen Tag über häufig, weshalb es sich empfiehlt, die Tage nicht zu überladen: Zwei gut zu Fuß erschlossene Stopps bringen mehr als fünf im Vorbeigehen. Prüfen Sie immer die Fahrpläne der FER-Nebenlinien und der Busse, die an Feiertagen ausgedünnter verkehren. Viele Züge nehmen Fahrräder mit, ideale Lösung im Delta und rund um Ferrara. Und wenn Sie einen anderen Ausgangspunkt wünschen, denken Sie daran, dass dieselbe Linie ohne Umstieg Piacenza, Parma, Reggio Emilia und Modena verbindet: Jede dieser Städte hat ein vom Bahnhof zu Fuß erreichbares historisches Zentrum, perfekt, um die Route um eine oder zwei Etappen zu verlängern.
Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Emilia-Romagna mit dem Zug?
Il periodo consigliato è März, April, Mai, Juni, September, Oktober e November, quando è meno affollata.
Dove si trova Emilia-Romagna mit dem Zug?
Emilia-Romagna mit dem Zug si trova in Italien.