Gressoney-Saint-Jean, Aostatal, Italien

Gressoney und die Walserdörfer: das unerwartete Deutschland in den Alpen

Im Lystal bewahren die Nachfahren mittelalterlicher alemannischer Siedler Sprache, Architektur und Küche eines Alpenvolks, das in der Zeit stehengeblieben ist.

Foto di Gressoney-Saint-Jean, Aostatal, Italien — Gressoney und die Walserdörfer: das unerwartete Deutschland in den Alpen

Foto: Hagai Agmon-Snir حچاي اچمون-سنير חגי אגמון-שניר (CC BY-SA 4.0) — Wikimedia Commons

Wer nach Gressoney-Saint-Jean fährt, überschreitet eine unsichtbare kulturelle Grenze. Das Lystal, das von Pont-Saint-Martin zum Monte Rosa hinaufführt, ist das Gebiet der Walser: deutschsprachiger Bevölkerungsgruppen, die zwischen dem 12. und 13. Jahrhundert aus dem Oberwallis der Schweiz hierher zogen und Siedlungen in großer Höhe gründeten, die bis heute ihre unverwechselbare Identität bewahrt haben. Der Dialekt Titsch, eine Variante des Althochalemannischen, wird von den Älteren noch immer gesprochen.

Walser-Architektur: Speicher und Stadel

Das sichtbarste Merkmal der Walserzivilisation ist die ländliche Bauweise: der Speicher, ein Kornspeicher auf Steinpfählen mit Steinplattendach, und der Stadel, ein Heuboden mit Holzkonstruktion und Belüftungsöffnungen. Beide Typen sind in den Dörfern Gressoney-La-Trinité und Niel hervorragend erhalten. Das Walser-Museum in Gressoney-Saint-Jean, untergebracht in einem historischen Gebäude, dokumentiert Trachten, Werkzeuge und die Geschichte der Migration mit originalen Exponaten. Der Eintritt ist frei oder auf Spendenbasis.

Das Schloss der Königin Margherita

In Gressoney-Saint-Jean lässt sich das Castel Savoia besichtigen, die Sommerresidenz von Königin Margherita von Savoyen, erbaut zwischen 1899 und 1904. Das Schloss ist von einem alpinen botanischen Garten umgeben und bewahrt seine originalen Einrichtungsgegenstände aus jener Zeit. Der Eintritt kostet wenige Euro und erzählt von einer Epoche, in der der italienische Adel die Walliser Alpen als sommerliche Erholungsstätten entdeckte, noch bevor der Wintersport in Mode kam.

Die Walser-Tafel und die ethnografischen Wege

Die lokale Küche unterscheidet sich klar von der traditionellen Aostaner: Es gibt Roggensuppen, kompaktes Bergbrot und Toma-Käse vom Monte Rosa. Der Walser-Kulturweg verbindet die wichtigsten Dörfer des Tals über ein Netz beschilderter Pfade mit Infotafeln. Im Sommer (Juli und August) finden Volksfeste statt, bei denen die traditionelle Küche verkostet und Lieder auf Titsch angestimmt werden. Der September ist der beste Monat für Ruhe und herbstliche Farben.

Praktische Informationen

Qual è il periodo migliore per visitare Gressoney und die Walserdörfer?

Il periodo consigliato è Juni, Juli, August e September, quando è meno affollata.

Gressoney und die Walserdörfer è affollata?

Gressoney und die Walserdörfer è una meta molto tranquilla rispetto alle destinazioni più turistiche.

Dove si trova Gressoney und die Walserdörfer?

Gressoney und die Walserdörfer si trova in Gressoney-Saint-Jean, Aostatal, Italien.

Adatto a: Giugno Luglio Agosto Settembre

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