Valnerina, Umbrien, Italien

Radweg Spoleto-Norcia auf der ehemaligen Tunnelbahn

In der Valnerina, Umbrien, ist die alte Bahnstrecke Spoleto-Norcia heute ein spektakulärer Greenway zwischen Tunneln und Viadukten in den Bergen. Ein Meisterwerk der Ingenieurskunst des frühen 20. Jahrhunderts, das auch nach dem Erdbeben von 2016 wenig besucht bleibt: Wer das bekannte Umbrien sucht, fährt nach Assisi und Perugia.

Foto di Valnerina, Umbrien, Italien — Radweg Spoleto-Norcia auf der ehemaligen Tunnelbahn

Foto: LigaDue (CC BY-SA 4.0) — Wikimedia Commons

Zwischen den Bergen im Südosten Umbriens verläuft eine der überraschendsten stillgelegten Bahnstrecken Italiens, und kaum jemand kennt sie. Die alte Linie Spoleto-Norcia, Anfang des 20. Jahrhunderts eröffnet und in den Sechzigerjahren stillgelegt, war ein Ingenieurswunder: Um den Höhenunterschied zwischen Spoleto und der Hochebene der Valnerina zu bewältigen, gruben die Planer Dutzende von Tunneln und errichteten schwindelerregende Viadukte, sogar spiralförmige Abschnitte, in denen sich die Bahn im Inneren des Berges um sich selbst drehte, um Höhe zu gewinnen. Heute ist diese Trasse ein Greenway, und sie mit dem Fahrrad zu befahren bedeutet, eine raue und stille Landschaft zu durchqueren, deren Existenz die meisten Umbrien-Touristen nicht einmal ahnen.

Die Strecke

Man startet in Spoleto, einer kompakten und raffinierten Kunststadt, und schon nach kurzer Zeit zeigt die alte Bahn ihren Charakter: die ersten dunklen Tunnel, die über den Tälern schwebenden Brücken, die gleichmäßigen Rampen, die mit der sanften Steigung typischer alter Züge ansteigen. Der berühmteste Abschnitt liegt rund um Caprareccia, wo die Linie den Pass mit einer Reihe von Tunneln bewältigt, unter denen die Spiraltunnel besonders herausragen – wahre versteckte Meisterwerke im Inneren des Berges. Nach der Wasserscheide senkt sich der Weg zum Talkessel hinab, streift die Dörfer des Tals und öffnet sich schließlich auf den Feldern vor Norcia, der Heimat des heiligen Benedikt und der Wurstwarenkunst, mit ihren Mauern und dem von der Statue des Heiligen überragten Platz.

Die Tunnel

Das kostbarste Merkmal dieser Route ist gerade das bahntechnische Erbe: eine sanfte und konstante Steigung, weil die Züge keine steilen Anstiege bewältigen konnten. So wird der Anstieg zum Pass zwar lang, aber immer fahrbar, nie brutal, und die anschließende Abfahrt läuft flüssig und befriedigend. Der Untergrund wechselt zwischen asphaltierten und geschotterten Abschnitten, und die Durchfahrten in den Tunneln sind das eigentliche Spektakel: Einige sind lang und völlig dunkel, weshalb kräftige Vorder- und Rücklichter unverzichtbar sind, ebenso wie – wenn möglich – eine Jacke, denn im Inneren des Felsens sinkt die Temperatur auch im Sommer stark ab. Ehrlich gesagt, das Erdbeben von 2016 hat dieses Gebiet hart getroffen, und im Laufe der Zeit gab es auf einigen Abschnitten Sperrungen oder Umleitungen wegen Bauarbeiten: Es lohnt sich, sich vor dem Aufbruch über den Zustand der Strecke zu informieren und mögliche Umleitungen auf der Straße einzuplanen.

Gerade die Wunden des Erdbebens sind einer der Gründe, warum diese Orte abseits der großen Touristenströme bleiben. Das Umbrien, das sich alle vorstellen, ist das von Assisi, Perugia und dem Trasimenischen See, während die bergige Valnerina, schwerer zu erreichen und vom Wiederaufbau gezeichnet, vom Massentourismus ignoriert wird. Für Radfahrer ist das ein Vorteil: leere Wege, authentische Dörfer und eine kraftvolle Natur, und man leistet einen konkreten Beitrag für ein Gebiet, das den langsamen Tourismus wirklich braucht.

Wann fahren

Die ideale Zeit reicht vom späten Frühling bis zum Herbst. Der Mai bietet grüne Berge und Blütenpracht, mit frischer Luft, perfekt für die Rampen zum Pass. Der Oktober ist herrlich für die Farben der Wälder und die absolute Stille, auch wenn die Tage kürzer werden und es in den Tunneln entschieden kalt ist. So vermeidet man sowohl das Risiko von Frost und rutschigen Abschnitten im Winter, wenn einige höher gelegene Passagen problematisch sein können, als auch den ohnehin geringen sommerlichen Andrang, der im Vergleich zu anderen Zielen bescheiden bleibt.

Praktische Tipps

Ein praktischer Rat: Prüfe vorher den Öffnungsstatus der Strecke und starte mit zuverlässigen Lampen, geladenen Batterien und einem Wasservorrat, denn zwischen den Tunneln gibt es nur wenige Versorgungspunkte. Und gönne dir eine richtige Pause in Norcia, um die dortigen Wurst- und Käsespezialitäten zu probieren: Mit dem Rad in der Heimat der Wurstkunst anzukommen, nachdem man den Berg durch die Tunnel durchquert hat, ist ein Finale, das jeden Pedaltritt belohnt.

Praktische Guides

Praktische Informationen

Qual è il periodo migliore per visitare Radweg Spoleto-Norcia auf der ehemaligen Tunnelbahn?

Il periodo consigliato è Mai e Oktober, quando è meno affollata.

Dove si trova Radweg Spoleto-Norcia auf der ehemaligen Tunnelbahn?

Radweg Spoleto-Norcia auf der ehemaligen Tunnelbahn si trova in Valnerina, Umbrien, Italien.

Adatto a: Maggio Ottobre

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