Maiella und Ortona, Abruzzen, Italien

Der Cammino di San Tommaso: von der Maiella zum Meer von Ortona

Der Cammino di San Tommaso durchquert die Abruzzen von den Hängen der Maiella bis zum Grab des Apostels in Ortona an der Adria. Zwischen Einsiedeleien, Tratturi und Hügeln ist es eine noch wenig begangene Pilgerreise, eine stille, ganz italienische Alternative zu den überlaufenen großen Glaubenswegen.

Foto di Maiella und Ortona, Abruzzen, Italien — Der Cammino di San Tommaso: von der Maiella zum Meer von Ortona

Foto: Zitumassin (CC BY-SA 3.0) — Wikimedia Commons

Während Tausende von Pilgern die großen europäischen Wanderwege bevölkern, schlängelt sich in den Abruzzen einer, den nur wenige kennen, der aber zu einem überraschenden Ziel führt: dem Grab des Apostels Thomas, aufbewahrt in der Kathedrale von Ortona an der Adria. Der Cammino di San Tommaso verbindet das bergige Landesinnere mit der Küste und durchquert ein authentisches Abruzzen aus Dörfern, Einsiedeleien, Tratturi und bebauten Hügeln, in dem der Pilger noch die Ausnahme und nicht die Menge ist.

Der Reiz dieses Weges liegt in seiner noch geringen Strukturierung und wenigen Frequentierung. Es gibt keine Warteschlangen, keine Andrang an den Stempelstellen, keine überlaufenen Etappen. Man wandert oft allein, empfangen von der Neugier und Herzlichkeit der Dorfbewohner, in einer Landschaft, die sich vom Berg zum Meer hin stetig wandelt.

Die Strecke

Die offizielle Route ist in Wahrheit lang und beginnt in Latium, durchquert die Provinz L'Aquila und dringt dann ins bergige Herz der Abruzzen vor; viele legen jedoch vor allem den Schlussabschnitt zurück, jenen, der vom Maiella-Massiv an die Küste hinabsteigt. Ein interner Bezugspunkt ist die Gegend um Roccamorice an den Hängen des Muttergebirges, wo sich einige der Felseneinsiedeleien befinden, die mit Pietro da Morrone, dem späteren Papst Coelestin V., verbunden sind. Von hier steigt der Weg durch die Dörfer der Provinz Chieti ab, berührt Orte wie Guardiagrele, eine Kunststadt an den Flanken der Maiella, und führt weiter über Hügel und alte Tratturi, die großen Graswege der Transhumanz, bis er sich der Küste nähert. Endziel ist Ortona mit seiner Kathedrale San Tommaso Apostolo, in der die im Mittelalter aus dem Orient gebrachten Reliquien aufbewahrt werden, und mit der aragonesischen Burg, die auf die Adria blickt.

Unterwegs durchquert man ein mittleres Abruzzen aus Weinbergen, Olivenhainen, Landhäusern und kleinen Wallfahrtsorten. Es ist ein Weg, der den Übergang zwischen dem strengen, spirituellen Gebirge der Maiella und dem weiten Licht des Meeres erzählt, ein Kontrast, den nur wenige andere italienische Routen in so wenigen Marschtagen bieten können.

Die Reliquien des Apostels

Es gibt auch eine historische Dimension, die diesen Weg einzigartig macht. Die Reliquien des heiligen Thomas gelangten 1258 auf dem Seeweg von der griechischen Insel Chios nach Ortona, und seither ist die Adriastadt zu einem kleinen, unerwarteten Ort der Verehrung des Apostels geworden, den die Tradition mit Indien und dem Orient verbindet. Auf diesem Weg zu dem Grab zu wandern bedeutet, gedanklich eine alte Verbindung zwischen den Abruzzen und dem Mittelmeer nachzuvollziehen, abseits der großen europäischen Pilgerrouten. Jedes Dorf entlang der Strecke bewahrt Kirchen, Bildstöcke und Spuren einer lebendigen Volksfrömmigkeit, die der aufmerksame Wanderer langsam entdeckt, Etappe für Etappe.

Anreise

Zur Planung empfiehlt es sich, die beiden Endpunkte der Strecke ins Auge zu fassen. Ortona ist gut angebunden: Es liegt an der Adria-Bahnlinie und ist nah an Pescara und dessen Flughafen, also bequem sowohl als Ankunftsort als auch als logistische Basis. Das gebirgige Ende rund um Roccamorice und die Maiella erreicht man dagegen mit dem Auto oder mit spärlicheren lokalen Verbindungen. Viele wählen die Route von den Bergen zum Meer, um die Reise mit dem Anblick der sich am Horizont öffnenden Adria zu beenden. Der Untergrund wechselt zwischen Nebenstraßen, Pfaden und Tratturi: Man braucht einen leichten Rucksack, gutes Schuhwerk und Bereitschaft für eine weniger eingespielte Logistik als auf den bekannteren Wegen.

Wann fahren

Die ideale Zeit sind Frühling und Herbst. Der Mai bietet grüne Hügel und mildes Klima, September und Oktober schenken klare Luft, warme Farben der Weinlese und perfekte Temperaturen für lange Wanderungen. Es sind auch die Monate, in denen man sowohl die sommerliche Hitze meidet, die auf den Hügeln und an der Küste anstrengend sein kann, als auch den Badetourismus des Juli und August. Außerhalb der Saison kehrt das abruzzesische Hinterland zur Stille zurück, und der Weg zeigt seinen zurückgezogensten und meditativsten Charakter.

Ein praktischer Rat: Planen Sie die Etappen im Voraus, denn die Aufnahmepunkte sind nicht so dicht wie auf den bekannteren Wegen, und es lohnt sich, vor der Abreise zu wissen, wo man schlafen und essen kann. Nehmen Sie die Pilgerkredentiale mit, wenn Sie die Stempel sammeln und die Urkunde bei der Ankunft erhalten möchten, und lassen Sie sich Zeit: Der Sinn dieses Weges liegt nicht darin, Kilometer zu fressen, sondern sich langsam vom Berg zum Meer führen zu lassen, mit Halt in den Einsiedeleien und Dörfern, die nur wenige andere Reisende das Glück haben werden, so menschenleer zu sehen.

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Praktische Informationen

Qual è il periodo migliore per visitare Der Cammino di San Tommaso?

Il periodo consigliato è April, Mai, Juni, September e Oktober, quando è meno affollata.

Dove si trova Der Cammino di San Tommaso?

Der Cammino di San Tommaso si trova in Maiella und Ortona, Abruzzen, Italien.

Adatto a: Aprile Maggio Giugno Settembre Ottobre

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