Cammino delle Terre Mutate: von Fabriano nach L'Aquila
Der Cammino delle Terre Mutate durchquert auf etwa 250 Kilometern die Erdbebengebiete des zentralen Apennins, von Fabriano bis L'Aquila, durch die Marken, Umbrien, Latium und die Abruzzen. Eine langsame und solidarische Reise durch die von den Erdbeben getroffenen Orte, fernab jeder touristischen Route.
Foto: Marcordb (CC BY-SA 4.0) — Wikimedia Commons
Es gibt Wanderwege, die man wegen ihrer Schönheit begeht, und andere, die man auch als Zeugnis begeht. Der Cammino delle Terre Mutate gehört zu Letzteren. Er durchquert etwa 250 Kilometer des zentralen Apennins, von Fabriano in den Marken bis L'Aquila in den Abruzzen, durch Umbrien und Latium, und verbindet die Orte, die zwischen 2009 und 2016 von den Erdbeben erschüttert wurden, welche diesen Teil Italiens verwüstet haben. Es ist ein solidarischer Weg, geboren aus dem Wunsch, jene Gebiete nicht allein zu lassen und ihnen eine langsame, respektvolle und neugierige Präsenz zu schenken.
Was ihn von allen anderen unterscheidet, ist gerade dieses Abseitsstehen von jeder touristischen Route. Man durchquert keine überlaufenen Kunststädte oder Postkartenziele, sondern verwundete Dörfer im Wiederaufbau, Bergsiedlungen, Wälder und Hochebenen, in denen die Natur wieder die Hauptrolle spielt. Hier zu wandern bedeutet, Gemeinschaften zu begegnen, die Widerstand leisten, Genossenschaften, Agriturismi und Betriebe, die nach dem Beben wieder aufgeblüht sind, und sie schlicht dadurch zu unterstützen, dass man vorbeikommt, übernachtet und entlang des Weges isst.
Die Route
Der Weg beginnt in Fabriano, der Papierstadt in den Marken, und dringt in den Apennin ein. Er berührt Symbolorte wie Camerino, die schwer getroffene Universitätsstadt, und durchquert den Nationalpark der Monti Sibillini mit seinen offenen und strengen Landschaften. Er führt durch die Gebiete um Visso und Ussita, erreicht die Hochebene von Castelluccio di Norcia, berühmt für ihre Blüte, und Norcia selbst in Umbrien, die Stadt des heiligen Benedikt, die vom Erdbeben 2016 schwer gezeichnet wurde. Von hier tritt der Weg nach Latium ein und berührt Amatrice und Accumoli, die Epizentren der Tragödie jenes Jahres, und führt weiter durch die Berge in die Abruzzen bis L'Aquila, der 2009 getroffenen Hauptstadt, die noch immer von einem langen Wiederaufbau geprägt ist. Es ist eine Route, die vier Regionen und eine Geografie aus Schmerz und Wiedergeburt zusammennäht.
Die durchquerte Landschaft gehört zu den schönsten und intaktesten des Apennins: Hochebenen, Buchenwälder, Hochweiden, Berge über zweitausend Metern. Die Natur hat sich nach dem Beben und mit der Entvölkerung viele Räume zurückerobert, und das verleiht dem Weg ein Gefühl von Einsamkeit und Stille, das anderswo kaum zu finden ist.
Anreise
Für die Organisation sind die beiden Endpunkte Fabriano und L'Aquila, beide mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar: Fabriano hat einen Bahnhof, L'Aquila ist per Straße und Schiene mit dem restlichen Mittelitalien verbunden. Der Weg wird in mehreren Etappen zurückgelegt und erfordert eine gute Vorbereitung, denn er verläuft in Bergumgebung, und die Stützpunkte sind zwar vorhanden, aber nicht so dicht wie auf den großen Routen. Es gibt einen offiziellen Wanderführer und ein eigenes Unterkunftsnetz, und es ist unerlässlich, im Voraus zu planen, wo man schläft, und die Unterkünfte entlang der Route zu buchen.
Beste Reisezeit
Die ideale Zeit ist der Sommer und der frühe Herbst. Juni und Juli sind die Monate der berühmten Blüte von Castelluccio und schenken lange Tage und blühende Wiesen, während der September klare Luft, sich verfärbende Wälder und ideale Temperaturen zum Wandern in der Höhe bietet. In diesen Monaten sind die Berge schneefrei und die Pässe passierbar, während in der übrigen Zeit Kälte und Schneefall viele Etappen unpassierbar machen. Auch in den besten Monaten bleiben diese Gebiete außerhalb der wenigen Blütentage fast frei von Touristen, und gerade das macht diesen Weg so intensiv.
Praktische Tipps
Ein praktischer Tipp: Geh diesen Weg mit dem richtigen Geist an, informiere dich vorher über die Geschichten der Orte und wähle lokale Unterkünfte und Betriebe, denn hier ist jede Nacht und jede Mahlzeit eine kleine Geste der Unterstützung für den Wiederaufbau. Bereite die Etappen gut vor, nimm Bergausrüstung und ausreichend Wasser mit und lass dir Zeit, mit den Menschen zu sprechen, denen du begegnest: Der wahre Schatz der Terre Mutate ist kein Monument, sondern die Würde derer, die geblieben sind und Tag für Tag ihr Land wieder aufbauen.
Praktische Reiseführer für Udine
Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Cammino delle Terre Mutate?
Il periodo consigliato è März, April, Mai, Juni, September, Oktober e November, quando è meno affollata.
Dove si trova Cammino delle Terre Mutate?
Cammino delle Terre Mutate si trova in Zentraler Apennin (Marken, Umbrien, Abruzzen).