Nachtzüge: Europa langsam wiederentdecken
In Wien einschlafen und in den Alpen aufwachen. Nachtzüge sind zurück, und sie sind die zivilste (und am wenigsten überfüllte) Art, sich zu bewegen.
Foto: NAC (CC BY-SA 4.0) — Wikimedia Commons
Jahrelang totgesagt, erleben die europäischen Nachtzüge eine zweite Jugend. Und sie sind perfekt für alle, die Undertourism praktizieren, die Philosophie des langsamen Reisens und der Ziele, die niemand auf die Titelseite bringt.
Warum nachts
Nachts zu reisen bedeutet, ausgeruht im Herzen der Städte anzukommen, den Flughafen und seine Warteschlangen zu überspringen und – vor allem – kleinere Ziele zu erreichen, die die Billigflieger ignorieren. Der Zug hält auch, wo es keinen Terminal gibt: in den Tälern, in den Grenzdörfern, an Bahnhöfen, die aus der Zeit gefallen scheinen. Jeder Zwischenstopp ist eine Einladung zum Aussteigen.
Die Wiedergeburt des Nachtzugs
An der Spitze der Wiedergeburt stehen die österreichischen Bundesbahnen ÖBB mit ihrem Nightjet-Netzwerk, das seit Jahren in neue Waggons investiert und Österreich mit Deutschland, Italien, Belgien und den Niederlanden verbindet. Von Wien aus erreicht man halb Europa in der Kuschette, und neben den historischen Anbietern bewegen sich neue unabhängige Realitäten wie European Sleeper, die belgisch-niederländische Genossenschaft, die Brüssel mit Prag über Amsterdam, Berlin und das prächtige Elbtal verbindet. Das Bild bleibt in Bewegung: Manche Strecken schließen wegen gekürzter Subventionen, andere entstehen – Zeichen einer lebendigen und sich wandelnden Branche.
Weniger Emissionen
Es gibt noch einen guten Grund, die Schiene abseits der Romantik zu wählen: Der ökologische Fußabdruck einer Zugreise ist deutlich leichter als der eines vergleichbaren Flugs. Weniger Flugzeug bedeutet weniger Emissionen, und das passt natürlich zu einer Reiseweise, die die Orte und ihre Bewohner respektiert.
Praktische Tipps
Ein paar praktische Hinweise. An Bord wählt man in der Regel zwischen drei Möglichkeiten: dem Sitzplatz, günstig, aber unbequem zum Schlafen; der Kuschette, ein geteiltes Abteil mit einfachen Pritschen, ein guter Kompromiss; und dem Schlafwagen, privater und komfortabler, manchmal mit eigenem Bad. Es lohnt sich, weit im Voraus zu buchen, denn die Liegeplätze sind schnell weg und die besten Tarife verschwinden früh. Nehmt Ohrstöpsel und eine Schlafmaske mit.
Langsamer, ja. Aber im Langsamen begegnet man den Orten, die niemand fotografiert.
Praktische Führer für Como
Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Nachtzüge?
Il periodo consigliato è April, Mai, Juni, September e Oktober, quando è meno affollata.