Mit dem Rad auf den Schotterstraßen des Chianti, die der Giro d'Italia nicht erzählt
Zwischen Radda, Gaiole und Castelnuovo Berardenga gibt es sanfte Schotterwege, wo das Radfahren wieder zu Stille, Staub und unendlichem Panorama wird.
Foto: Repuli (CC BY-SA 4.0) — Wikimedia Commons
Die Schotterstraßen des Chianti sind durch das gleichnamige Radrennen berühmt geworden, doch das Rennen wird auf einer festgelegten Strecke an einem einzigen Tag ausgetragen. Den Rest des Jahres schlängeln sich Hunderte Kilometer Schotterwege durch die Hügel von Siena, nahezu menschenleer, offen für jeden mit einem Fahrrad und der Lust, sich mit weißem Staub zu bedecken.
Man startet in Radda in Chianti, einem der authentischsten Dörfer der Gegend – weniger glatt als Greve, weniger touristisch als San Gimignano. Von hier führen Schotterwege in alle Richtungen: nach Volpaia, einem winzigen Burgdorf inmitten von Weinbergen; zum Castello di Brolio, wo Baron Ricasoli die Formel des Chianti Classico erfand; zur Badia a Coltibuono, einer tausendjährigen Abtei mitten im Wald.
Das Schöne am Radeln auf den Schotterstraßen ist die erzwungene Langsamkeit. Der unbefestigte Untergrund gibt einen anderen Rhythmus vor: Man fährt langsam, schaut, spürt den Kies unter den Reifen. Die Anstiege sind kurz, aber steil, die Abfahrten erfordern Aufmerksamkeit, die Pausen sind unvermeidlich, denn das Panorama zwingt zum Anhalten. Sanft geschwungene Hügel bis zum Horizont, Zypressen in Reihen, Bauernhäuser aus Stein, geometrische Weinberge.
Die klassische Route ist eine Rundtour von rund 80 km, die Radda, Gaiole, Castelnuovo Berardenga berührt und nach Radda zurückführt. Man kann sie nach Belieben verkürzen oder verlängern: Jede Kreuzung eröffnet eine neue Möglichkeit. Die Höfe entlang des Weges verkaufen Wein, Öl und Pecorino-Käse – die beste Rast ist ein Stück Brot mit dem neuen Öl, direkt beim Erzeuger gekauft.
Es braucht breite Reifen (mindestens 32 mm, besser 38–40) und ein Rad, das keinen Staub scheut. Muskeln eines Profis braucht es nicht: Der Chianti ist hügelig, aber nicht alpin, und das richtige Tempo ist jenes, das erlaubt zu schauen, wo man ist.
Die perfekte Zeit ist März bis Mai und September bis November. Im Sommer ist die Hitze erdrückend und der Staub erstickend. Im Herbst färben sich die Weinberge rot und golden, die Kellereien sind mitten in der Lese, und die Schotterwege füllen sich mit traubenbeladenen Traktoren.
Die Schotterstraßen des Chianti sind kein Radweg mit weißen Streifen: Sie sind ein Netz alter Pfade, wo die Grenze zwischen Straße und Landschaft verschwimmt. Hier zu radeln ist wie in ein Gemälde einzutreten – und zu entdecken, dass das Gemälde schöner ist als der Rahmen.
Praktische Reiseführer für San Gimignano
Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Mit dem Rad auf den Schotterstraßen des Chianti?
Il periodo consigliato è März, April, Mai, September, Oktober e November, quando è meno affollata.
Mit dem Rad auf den Schotterstraßen des Chianti è affollata?
Mit dem Rad auf den Schotterstraßen des Chianti è una meta molto tranquilla rispetto alle destinazioni più turistiche.
Dove si trova Mit dem Rad auf den Schotterstraßen des Chianti?
Mit dem Rad auf den Schotterstraßen des Chianti si trova in Chianti, Toskana, Italien.