Sentiero della Bonifica mit dem Rad: vom Val di Chiana bei Arezzo bis Chiusi
Ein ebener und fast durchgehend geschotterter Radweg, der das Val di Chiana entlang des Canale Maestro zwischen Arezzo und Chiusi durchquert. Während die Touristenströme direkt nach Siena und Florenz strömen, bleibt diese landwirtschaftliche Ebene still und wie geschaffen für langsames Radeln.
Foto: Walter Giannetti (CC BY-SA 3.0) — Wikimedia Commons
Es gibt einen Teil der Toskana, den fast niemand in die Route aufnimmt: die Ebene des Val di Chiana, jenes niedrige, geordnete Land, das über die Jahrhunderte urbar gemacht und von einem langen, geraden Kanal durchzogen wird. Die Reisebusse rasen zu den Kunststädten und lassen hier eine Agrarlandschaft aus Bauernhöfen, Pappeln, Gräben und historischen Schleusen zurück. Gerade deshalb ist der Sentiero della Bonifica eine der entspanntesten Radrouten der Region: entlang des Canale Maestro der Chiana, fast überall eben, fern von Verkehr und Menschenmenge.
Die Strecke
Die Strecke verbindet das Gebiet von Arezzo mit Chiusi entlang der Ufer des Kanals. Man radelt auf einem größtenteils geschotterten und kompakten Weg, gebaut auf den alten Dienstwegen der Urbarmachung. Der Verlauf ist fast eben: das Wasser muss sehr langsam fließen, und mit ihm bewegt sich auch der Radfahrer. Entlang des Weges begegnet man den Schleusen und Wasserbauwerken, die den Abfluss regeln, konkrete Zeugnisse davon, wie diese ungesunde Ebene in fruchtbares Land verwandelt wurde.
Etappen und Abstecher
Von Norden aus startet die Route in der Nähe von Arezzo, im Gebiet von Chiani-Pieve al Toppo, und führt nach Süden über das Gebiet von Foiano della Chiana, die Ländereien von Marciano und Cortona, das Gebiet von Bettolle und Sinalunga bis in die Nähe von Chiusi und seines Sees. Jede dieser Etappen erlaubt einen Abstecher: der ummauerte Ort Lucignano nicht weit entfernt, die historischen Zentren von Foiano und Cortona, die von oben ins Tal blicken, das Feuchtgebiet am Lago di Chiusi mit seinem Birdwatching. Das Schöne ist, dass der Weg selbst linear und leicht zu folgen bleibt, während die Dörfer wie Kulissen auf den Hügeln an den Seiten stehen.
Wie man hinkommt
Die Anreise ist gerade deshalb bequem, weil die Endpunkte der Strecke von der Eisenbahn bedient werden. Arezzo und Chiusi-Chianciano Terme sind Stationen der Hauptstrecke zwischen Florenz und Rom, und mehrere Zwischenstationen wie Sinalunga und Bettolle-Sinalunga erlauben es, die Strecke zu unterteilen. Das macht die Route perfekt für alle, die nicht hin und zurück fahren wollen: man radelt in eine Richtung und kehrt mit dem Zug zurück, wobei man vorher prüft, ob der gewählte Zug Fahrräder akzeptiert. Ein Gravelrad oder ein robustes Citybike sind ideal für den Schotteruntergrund; E-Bikes machen die gesamte Überquerung angesichts der beträchtlichen Länge auch für Untrainierte zugänglich. In einigen Zentren des Tals gibt es Verleihe und Servicepunkte, doch es empfiehlt sich, Verfügbarkeit und Öffnungszeiten vor dem Aufbruch zu prüfen, denn außerhalb der Saison bleiben viele Dienste geschlossen.
Wann fahren
Die beste Zeit ist der Frühling, im April und Mai, wenn die Felder grün sind, die Ufer blühen und die Temperaturen noch mild, oder der September mit dem goldenen Licht des Spätsommers und den noch langen Tagen. Es sind Monate, in denen die bekanntere Toskana voller Gruppen ist, während man hier in der Ebene vor allem einigen lokalen Radfahrern und dem arbeitenden Bauern begegnet. Der Hochsommer ist dagegen nicht empfehlenswert: die Ebene ist offen, der Schatten spärlich und die schwüle Hitze drückend. Gerade dieses Fehlen des Postkartenreizes hält die Menge fern und schenkt eine einsame Radtour.
Ein praktischer Rat: Nimm ausreichend Wasser und etwas zu essen mit, denn lange Abschnitte des Kanals verlaufen in offener Landschaft ohne Bars oder Brunnen, und die Ortschaften bleiben oft etwas entfernt auf den Anhöhen. Plane die Halte in den durchquerten Dörfern für das Mittagessen und zum Nachfüllen der Trinkflaschen ein, prüfe die Fahrpläne der Züge mit Fahrradtransport für die Rückkehr und brich früh am Morgen auf, wenn das Licht streift und die Luft frisch ist. Eine Kappe, Sonnencreme und ein Ersatzschlauch runden das essenzielle Gepäck ab, um die langen offenen Geraden ruhig anzugehen. So wird der Sentiero della Bonifica das, was er im Kern ist: eine langsame Reise in eine Toskana aus Arbeit und Wasser, vom Durchgangstourismus vergessen.
Praktische Reiseführer für Arezzo
Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Sentiero della Bonifica mit dem Rad?
Il periodo consigliato è April, Mai e September, quando è meno affollata.
Dove si trova Sentiero della Bonifica mit dem Rad?
Sentiero della Bonifica mit dem Rad si trova in Val di Chiana, Toskana, Italien.