Semur-en-Auxois, die burgundische Festung, die man zu besuchen vergisst
Eine Festungsstadt, die auf einem Granitsporn über dem Armançon thront, im ländlichen Burgund, abseits der Menschenmassen der Weinstraße.
Foto: Pierre André Leclercq (CC BY-SA 4.0) — Wikimedia Commons
Auf einem Sporn aus rosafarbenem Granit, umschlungen von den Windungen des Armançon, erhebt Semur-en-Auxois seine Türme und Wehrmauern, als wäre die Zeit im Mittelalter stehengeblieben. Als burgundische Festungsstadt kontrollierte sie lange die Straße zwischen Paris und Dijon, und diese Verteidigungsfunktion hat ihr ein Profil verliehen, das keinem anderen Ort der Region gleicht: eine vertikale Silhouette aus goldenem Stein, hoch über dem Fluss aufragend, schon von weitem auf den Straßen durch die Auxois zu sehen. Anders als die Weindörfer der Côte, die bei den ersten schönen Tagen im Ansturm der Besucher stehen, bleibt Semur ein gut gehütetes Geheimnis — hier schlendert man ohne Gedränge durch gepflasterte Gassen, vorbei an Fachwerkhäusern und der steinernen Stille der Festungsanlagen.
Die Geschichte der Stadt lässt sich in ihrem Stein ablesen. Semur-en-Auxois entstand um eine Burg, von der noch Türme erhalten sind, die später in die Stadtmauern integriert wurden; die gotische Stiftskirche Notre-Dame beherrscht bis heute den zentralen Platz und zeugt vom mittelalterlichen Wohlstand der Stadt, als sie den Handel zwischen dem Norden und dem Süden Burgunds kontrollierte. Die alte Brücke über den Armançon und die steilen Gässchen, die zum Fluss hinabführen, vermitteln einen recht guten Eindruck davon, wie eine befestigte burgundische Stadt aussah, bevor der Massentourismus andernorts in der Region die Prioritäten beim Erbe neu ordnete.
Was in Semur besonders auffällt, ist die Balance: Die Stadt hat genug Sehenswürdigkeiten, um den Umweg zu rechtfertigen, bleibt aber klein und unauffällig genug, dass man dort noch ohne Öffnungszeiten-Stress und Warteschlangen verweilen kann. Von den Wehrmauern aus blickt man auf das Tal und die Ziegeldächer, und der Ort dient als ruhiger Ausgangspunkt für zwei bedeutende Ziele der Auxois: die gallorömische Stätte von Alesia, verbunden mit dem Widerstand Vercingetorix' gegen Caesar, und die Abtei von Fontenay, eine der ältesten erhaltenen Zisterzienserabteien Europas, heute UNESCO-Weltkulturerbe — zwei Ausflüge, die ebenfalls außerhalb von Juli und August erstaunlich ruhig bleiben.
Anfahrt
Semur-en-Auxois liegt im Département Côte-d'Or, etwa auf halbem Weg zwischen Dijon und Auxerre, in einem Teil Burgunds, der ländlicher ist als die Weinstraße. Mit dem Auto von Paris aus sollte man mehrere Stunden auf der Autobahn Richtung Dijon einplanen, mit einer Ausfahrt in Richtung Auxois; von Dijon aus dauert die Fahrt etwas weniger als eine Stunde. Wer mit dem Zug reist, für den ist der Bahnhof Montbard am praktischsten, der von TGVs auf der Strecke Paris-Dijon bedient wird: von dort geht es mit dem Auto, Taxi oder Bus weiter nach Semur, da die Stadt nicht mehr direkt an eine Schnellbahnverbindung angebunden ist. Gerade diese relative Schwerzugänglichkeit hat Semur-en-Auxois vor dem Massentourismus bewahrt — es lohnt sich also, ein Auto einzuplanen, wenn man auch Alesia und die Abtei von Fontenay besuchen möchte, die nur wenige Dutzend Autominuten entfernt liegen.
Was man essen sollte
Die lokale Küche spiegelt die Auxois wider, ein Land der Viehzucht mehr als des Weinbaus: Rindfleisch, oft vom Charolais-Rind, das auf den Weiden rund um die Stadt gezüchtet wird, ist auf den Tischen der Region eine sichere Wahl. Ganz in der Nähe von Semur liegt das Dorf Époisses, das einem Weichkäse mit gewaschener Rinde seinen Namen gibt, einem der typischsten der Burgund — eine gute Gelegenheit, ihn möglichst nah an seinem Ursprungsort zu kosten. Wie überall in Burgund findet man außerdem Schnecken in Petersilienbutter und in Rotwein geschmorte Gerichte, ein Erbe der bäuerlichen Küche, die für die langen Winter im Landesinneren gedacht war.
Wann man reisen sollte
Frühling und früher Herbst sind die besten Zeiten, um Semur-en-Auxois zu entdecken: Die Wehrmauern und Gassen lassen sich ohne die Hitze und den Andrang des Sommers erkunden, die umliegende Landschaft ist grün und lichtdurchflutet, und nahe Ziele wie Alesia oder Fontenay lassen sich in einer Ruhe besuchen, die alles verändert. Der Sommer muss nicht unbedingt gemieden werden, aber die kleine, dicht bebaute Stadt verträgt Besucherspitzen schlechter als die großen touristischen Etappen der Côte-d'Or.
Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Semur-en-Auxois?
Il periodo consigliato è April, Mai, Juni, September e Oktober, quando è meno affollata.
Semur-en-Auxois è affollata?
Semur-en-Auxois è una meta sehr ruhig rispetto alle destinazioni più turistiche.
Dove si trova Semur-en-Auxois?
Semur-en-Auxois si trova in Côte-d'Or, Borgogna.