Zentralmassiv, Frankreich

Der Stevenson-Weg in den Cévennes (GR70): eine literarische Durchquerung

Im französischen Zentralmassiv folgt der GR70 dem Weg von Robert Louis Stevenson zwischen Granitplateaus und protestantischen Camisarden-Landen. Eine lange Durchquerung der Einsamkeit, fern vom Andrang der Alpen, wo man tagelang wandert und kaum jemandem begegnet.

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Foto: Havang(nl) (CC0) — Wikimedia Commons

1878 durchquerte der schottische Schriftsteller Robert Louis Stevenson zu Fuß das französische Zentralmassiv in Begleitung einer Eselin namens Modestine und schrieb darüber ein Reisebuch, das zum Klassiker wurde. Aus dieser Erzählung ist der GR70 entstanden, der Stevenson-Weg, der seine Route durch die Cévennes nachzeichnet. Er ist einer der großen französischen Fernwege und dennoch überraschend ruhig geblieben: fern von den Alpen und ihrem Gedränge windet er sich durch ein ländliches, karges Frankreich, in dem man stundenlang wandern kann, ohne jemandem zu begegnen.

Die Route

Der Weg beginnt in Le Monastier-sur-Gazeille in der Haute-Loire und führt nach Süden bis nach Alès, am südlichen Rand des Massivs. Zu Beginn überquert er die vulkanischen Hochebenen des Velay und dann die granitenen Plateaus rund um den Mont Mézenc und den Mont Lozère, Länder des Windes und der Herden, in denen die Dörfer klein und selten sind. Man kommt durch Ortschaften wie Le Bouchet-Saint-Nicolas und Pradelles, durchquert die strenge Trappistenabtei Notre-Dame des Neiges, die auch Stevenson besuchte, und steigt auf den weiten Rücken des Mont Lozère, dem höchsten Punkt der Route, wo große Granitblöcke den Weg markieren, wenn der Nebel jede Orientierung verwischt.

Das Land der Camisarden

Von dort tritt der Weg ins Herz der eigentlichen Cévennes ein, das Land der Camisarden, jener Protestanten, die sich im 18. Jahrhundert gegen die Verfolgung erhoben. Es ist eine von dieser Erinnerung geprägte Region, mit strengen Tempeln und einer Kultur des Widerstands, die man in den Dörfern noch spürt. Man steigt hinab durch immer engere, mediterrane Täler zwischen Kastanienhainen und Terrassen bis nach Florac und weiter Richtung Saint-Jean-du-Gard und Alès, wo Klima und Düfte bereits den Süden ankündigen. Der Kontrast zwischen den kahlen Hochebenen am Anfang und den grünen Tälern am Ende ist eines der schönsten Elemente dieser Durchquerung.

Schwierigkeit und Etappen

Es ist ein Weg mit langem Atem, den man in mehreren Tagen angehen sollte, mit Tagesetappen von einigen Stunden und regelmäßigen, aber nie extremen Höhenunterschieden: keine alpinen Passagen, nur das ständige Auf und Ab der Hochplateaus und das Durchqueren der Täler. Deshalb gilt er als zugänglich für jeden, der eine gute Ausdauer und Lust hat, mit dem Rucksack zu wandern. Die Beschilderung des GR, die klassischen weiß-roten Streifen, ist verlässlich, und die Route ist gut beschrieben und mit Etappenstützpunkten versehen. Viele legen ihn wie Stevenson in etwa zehn Tagen komplett zurück, aber man kann auch nur einen Abschnitt gehen.

Logistik und Unterkünfte

Was die Logistik angeht, sind der Ausgangspunkt Le Monastier und das Ziel Alès über die Nachbarstädte mit französischen öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Das macht den GR70 zu einem der bequemsten Wege, die man ohne Auto angehen kann: Man kommt mit Zug und Bus an, geht zu Fuß los und kehrt vom anderen Ende auf dieselbe Weise zurück. Unterwegs gibt es gîtes d'étape, kleine Gasthöfe und Mietzimmer in den Dörfern, sodass ein Zelt nicht unerlässlich ist, auch wenn viele fürs Zelten wählen, um den Geist des Buches ganz zu leben.

Wann gehen

Die beste Zeit ist das späte Frühjahr und der frühe Herbst. Mai und Juni finden die Hochebenen in Blüte und die Ginsterbüsche leuchtend gelb, mit langen Tagen und kühlem Klima in der Höhe; der September bietet goldenes Licht, reife Kastanien in den südlichen Tälern und ideale, von der Hitze bereits weit entfernte Temperaturen. Der Hochsommer kann in den südlichen Tälern schwül sein, während der Weg in der Nebensaison von absoluter Ruhe ist. Gerade in den Schulterzeiten spürt man jene meditative Einsamkeit, die Stevenson suchte.

Ein praktischer Tipp: Auf dem Mont Lozère schlägt das Wetter schnell um, und der Nebel kann plötzlich hereinbrechen, also haben Sie Karte und warme Schichten auch im Hochsommer griffbereit. Und lesen Sie vorher oder unterwegs Stevensons Erzählung: Wandern und dabei an seine Worte und die Streitereien mit der Eselin Modestine denken, verwandelt eine schöne Durchquerung in eine kleine literarische Pilgerreise.

Praktische Reiseführer für Como

Praktische Informationen

Qual è il periodo migliore per visitare Der Stevenson-Weg in den Cévennes (GR70)?

Il periodo consigliato è Mai, Juni e September, quando è meno affollata.

Dove si trova Der Stevenson-Weg in den Cévennes (GR70)?

Der Stevenson-Weg in den Cévennes (GR70) si trova in Zentralmassiv, Frankreich.

Adatto a: Maggio Giugno Settembre

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