Hebridean Way: zehn Inseln im schottischen Atlantik mit dem Fahrrad
Eine Route durch den Archipel der Äußeren Hebriden, die zehn Inseln über Fähren und Dammstraßen verbindet. Menschenleere weiße Strände, blühendes Machair und atlantischer Wind: eine der abgelegensten und am wenigsten frequentierten Routen Großbritanniens, weit weg von den Touristenrouten des schottischen Festlands.
Foto: Phillip Hughes (CC BY-SA 2.0) — Wikimedia Commons
Die Äußeren Hebriden sind eine lange Inselkette am westlichen Rand Schottlands, voll dem Atlantik ausgesetzt. Hier fahren die Busse der klassischen Touren nicht hin, und der Wind gibt den Ton an: Genau deshalb schenkt der Hebridean Way, der Radweg, der sie von Süd nach Nord durchquert, ein Gefühl von Ferne, wie es sich anderswo im Vereinigten Königreich kaum finden lässt. Man tritt stundenlang durch Dünen, Torfmoore und fast immer leere, blendend weiße Strände, selbst im Hochsommer.
Die Route
Die klassische Route führt von Süd nach Nord und nutzt die vorherrschenden Winde, die meist in diese Richtung schieben. Man beginnt auf der Insel Vatersay, die über einen Damm mit Barra verbunden ist, wo der kleine Flughafen je nach Gezeiten am Strand landet. Von Barra bringt eine Fähre zu den Inseln Eriskay und South Uist, und von dort geht es weiter durch Benbecula und North Uist, ein Mosaik aus Wasser, Seen und Landzungen, die durch Causeways verbunden sind – Straßen, die auf dem Meer errichtet wurden. Weiter nördlich überquert man die Insel Berneray, dann führt eine weitere Fähre nach Harris mit seinen kahlen Bergen und den berühmten weißen Sandstränden. Schließlich erreicht man Lewis, die größte Insel, bis zum Hafen von Stornoway oder zum Leuchtturm am Cape Ness ganz im Norden.
Unterwegs begegnet man Orten, die einen Abstecher wert sind: die prähistorischen Steinkreise von Calanais auf Lewis, die Buchten von Harris, das Machair der Uist – jene grasige, blütenreiche Uferzone, die sich im späten Frühling und Sommer mit Wildblumen bedeckt. Es sind insgesamt zehn Inseln, verbunden durch eine Handvoll Fähren und Causeways, und die Überfahrt auf dem Meer ist Teil des Erlebnisses.
Der Aufwand
Der Belag ist fast durchgehend asphaltiert, auf schmalen, verkehrsarmen Straßen, viele davon einspurig mit Ausweichbuchten. Die körperliche Anstrengung liegt weniger in den Höhenunterschieden, die in der Regel überschaubar bleiben – abgesehen von den Erhebungen auf Harris –, sondern im Wind: Gegen den Atlantikwind zu treten, kann einen flachen Abschnitt in eine echte Plackerei verwandeln, und das ist der Grund, warum man die Richtung Süd-Nord wählt. Ein Reise- oder Gravel-Rad reicht völlig aus; entscheidend sind vor allem zuverlässige Regen- und Windkleidung.
Die Anreise erfolgt über die Fähren vom schottischen Festland, zum Beispiel nach Stornoway oder Tarbert, oder mit dem Flug nach Stornoway oder auf den Strand von Barra. Es ist unbedingt notwendig, die Fähren rechtzeitig zu buchen, vor allem die Verbindungen zwischen den Inseln, denn die Fahrten sind begrenzt und hängen von den Bedingungen auf See ab: Ein Sturm kann die Verbindungen ausfallen lassen, und man sollte im Zeitplan einen Puffer einplanen.
Wann hinreisen
Empfohlen wird der Sommer, von Juni bis September. In diesen Monaten sind die Tage in diesen Breiten sehr lang, das Machair steht in Blüte und die Chancen auf halbwegs gutes Wetter sind besser, wenn auch das ozeanische Klima wechselhaft bleibt. Doch selbst in der Hochsaison bleibt der Archipel im Vergleich zu den bekannten Zielen Schottlands leer: Die Kombination aus Fähren, Distanz und Wetter hält die großen Massen fern, und man kann lange radeln und dabei mehr Schafen als Menschen begegnen. Zu erwähnen ist, dass Juni und Juli auch die Saison der Midges sind, jener lästigen Mücken, die sich besonders in feuchten und windstillen Momenten bemerkbar machen.
Sprache und Kultur
Es gibt noch einen kulturellen Aspekt, der diese Inseln besonders macht: Sie sind eine der letzten Bastionen des schottisch-gälischen Sprachraums, den man hier noch sprechen hört und auf den Schildern lesen kann. Sonntags bleiben, vor allem auf den nördlicheren Inseln wie Lewis und Harris, viele Aktivitäten aufgrund einer noch starken religiösen Tradition geschlossen, und das sollte man bei der Planung von Verpflegung und Unterkunft berücksichtigen. Es ist ein Detail, das erzählt, wie sehr dieser Archipel seinem eigenen Rhythmus folgt, jenseits der Logik des Festlandtourismus.
Ein praktischer Rat: Plant die Fährzeiten noch vor den Etappen, denn sie geben den Takt vor, und nehmt ausreichend Verpflegung mit, da Geschäfte und Einkehrmöglichkeiten selten sind und eingeschränkte Öffnungszeiten haben. Kalkuliert mindestens einen Reservetag für das Wetter ein: Auf diesen Inseln sind Wind und Regen kein Zwischenfall, sondern Teil der Reise, und das zu akzeptieren ist der beste Weg, sie zu genießen.
Praktische Reiseführer für Asti
Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Hebridean Way?
Il periodo consigliato è Juni e September, quando è meno affollata.
Dove si trova Hebridean Way?
Hebridean Way si trova in Äußere Hebriden, Schottland.