Dozza, das bemalte Dorf, wo Kunst auf Wein trifft
Dozza ist ein einzigartiges bemaltes Dorf: Mauern wie Künstlerleinwände, die Rocca Sforzesca und die regionale Vinothek der Emilia-Romagna.
Foto: Wwikiwalter (CC BY-SA 4.0) — Wikimedia Commons
Ein Freilichtmuseum in den Hügeln um Imola
Die Ankunft in Dozza ist ein Erlebnis, das beginnt, noch bevor man das historische Zentrum erreicht. Schon von der Straße aus, die zum Ortskern hinaufführt, erahnt man die Farben: bemalte Fassaden, Mauern, die zu Leinwänden geworden sind, Winkel, in denen mittelalterlicher Stein und zeitgenössische Kunst miteinander in Dialog treten. Dozza ist das bemalte Dorf Italiens, ein Ort, an dem seit 1960 Künstler aus aller Welt eingeladen werden, ihr Werk auf den Hausmauern zu hinterlassen. So entsteht eine über den gesamten Ort verteilte Kunstgalerie, die mit jeder Ausgabe der Biennale del Muro Dipinto wächst und sich erneuert.
Wir befinden uns auf den Hügeln südlich von Imola, in jenem sanft gewellten Streifen der Romagna, in dem die Poebene auf die ersten Ausläufer des Apennins trifft. Eine Landschaft mit freundlichem Charakter, ordentlich gepflegten Weinbergen und einer großzügigen Küche, wie sie die gesamte Emilia-Romagna kennt.
Was man in Dozza sehen sollte
Die bemalten Mauern
Das Herzstück der Identität von Dozza ist seine Sammlung an Wandmalereien. Seit der ersten Ausgabe der Biennale del Muro Dipinto im Jahr 1960 haben Hunderte italienischer und internationaler Künstler ihre Spuren auf den Fassaden des Ortes hinterlassen. Die Werke reichen vom Abstrakten bis zum Figurativen, vom Surrealen bis zum Politischen, und an jeder Ecke wartet eine Überraschung. Ein Spaziergang durch Dozza gleicht dem Blättern in einem lebendigen Kunstkatalog: Die Bilder verblassen, werden restauriert oder durch neue ersetzt – ein fortwährender Kreislauf, der das Dorf immer wieder neu erscheinen lässt.
Die Biennale findet in den ungeraden Jahren statt (im September): Zwei Tage lang belebt sich der Ort mit arbeitenden Künstlern, Publikum, Verkostungen und Musik. Doch auch außerhalb dieser Tage sprechen die Mauern.
Die Rocca Sforzesca
Am höchsten Punkt des Ortes thront die Rocca Sforzesca mit ihrer kompakten und gut erhaltenen Struktur über dem Tal. Im 13. Jahrhundert errichtet und im 15. Jahrhundert von Caterina Sforza erweitert, ist die Festung ein perfektes Beispiel für Militärarchitektur der Renaissance. Die sorgfältig restaurierten Innenräume beherbergen die städtische Gemäldegalerie mit Werken vom 14. bis zum 18. Jahrhundert sowie einen eindrucksvollen Folterraum, der die dunklere Seite der mittelalterlichen Geschichte erzählt.
Von der Terrasse der Festung reicht der Blick an klaren Tagen bis nach Bologna und über die Hügel der Romagna hinaus zum Montefeltro.
Die regionale Vinothek der Emilia-Romagna
In den Kellergewölben der Rocca Sforzesca hat die regionale Vinothek der Emilia-Romagna ihren Sitz – die einzige Einrichtung dieser Art in der Region. Sie ist eine Reise durch die Weinkultur der Emilia-Romagna: Hunderte Etiketten aus allen Provinzen, mit der Möglichkeit einer geführten Verkostung. Hier lassen sich Weine entdecken, die selten über die Regionsgrenzen hinausgelangen – der Bosco Eliceo aus dem Ferrarese, der Colli di Scandiano e Canossa, der Romagna Albana in seinen verschiedenen Ausprägungen – in einem einzigartigen, stimmungsvollen Rahmen.
Der Albana DOCG, der erste italienische Weißwein, der die Denominazione di Garanzia erhielt, verdient besondere Aufmerksamkeit: In der Passito-Version ist er ein goldener Nektar, der die traditionellen Süßspeisen unvergleichlich begleitet.
Die Aromen von Dozza
Dozza gehört ganz zur gastronomischen Region Bologna-Romagna, und das bedeutet: eine der weltweit gefeiertsten Küchen:
- Tagliatelle al ragù – hier findet man das authentische Ragù alla Bolognese mit seinem langen Soffritto, dem Fleischgemisch und dem geduldigen stundenlangen Schmoren
- Passatelli – in Brühe oder trocken, mit saisonalen Varianten wie Trüffel, Spargel oder Vongole
- Tortelloni di ricotta – die große Version der Tortellini, gefüllt mit Ricotta und Spinat, angemacht mit Butter und Salbei
- Ciambella romagnola – der schlichte Kuchen zum Eintunken in den Albana, feste Größe in jedem Haushalt der Romagna
Unter den Rotweinen ist der Sangiovese di Romagna Superiore der König der Tafel: In den Riserva-Ausführungen erreicht er überraschende Komplexität. Der oft unterschätzte Trebbiano Romagnolo eignet sich hervorragend als Aperitif zwischen den bemalten Mauern.
Anreise
Dozza liegt nur 6 Kilometer von Imola und etwa 35 Kilometer von Bologna entfernt. Die günstigste Autobahnausfahrt ist Imola an der A14. Der Bahnhof Imola liegt an der Strecke Bologna–Rimini und ist mit Regionalzügen gut angebunden; von Imola aus erreicht man den Ort in wenigen Minuten mit dem Taxi oder Bus. Mit dem Fahrrad ist Dozza von Imola aus über eine angenehme Strecke zwischen den Weinbergen erreichbar, mit überschaubarem Höhenunterschied.
Der Ort ist vollständig autofrei: Man parkt auf den Parkplätzen am Fuß des Hügels und steigt in wenigen Minuten zu Fuß hinauf.
Wann man hinfahren sollte
Der Frühling (April bis Juni) ist die beste Zeit: Die Temperaturen sind ideal, um zwischen den bemalten Mauern zu flanieren, die umliegenden Weinberge blühen und der Ort ist ruhig. Der Herbst (September bis Oktober) ist ebenso wunderschön, mit den Farben der Weinlese und der Möglichkeit, in ungeraden Jahren die Biennale del Muro Dipinto zu erleben. Am ersten Sonntag jedes Monats belebt ein Antiquitätenmarkt die Gassen des Zentrums.
Dozza ist der lebende Beweis, dass Kunst keine Museen braucht: Manchmal genügt ihr eine Mauer, ein Pinsel und ein von den Reiseführern vergessenes Hügeldorf.
Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Dozza?
Il periodo consigliato è April, Mai, Juni, September e Oktober, quando è meno affollata.
Dozza è affollata?
Dozza è una meta molto tranquilla rispetto alle destinazioni più turistiche.
Dove si trova Dozza?
Dozza si trova in Dozza, Emilia-Romagna, Italien.