Wanderung durch die Alta Murgia zwischen Jazzi und Karsttrichtern
Im Nationalpark Alta Murgia, zwischen den Provinzen Bari und Barletta, wandert man in einer stillen mediterranen Steppe, zwischen isolierten Masserie und der unverkennbaren Silhouette von Castel del Monte. Eine schroffe Landschaft, die außerhalb jedes touristischen Kreislaufs bleibt.
Foto: autore sconosciuto (Public domain) — Wikimedia Commons
Die Alta Murgia ist eines jener Länder, von denen der zerstreute Tourismus nicht einmal weiß, dass er sie besitzt. Wer an Apulien denkt, stellt sich Trulli, Meer und weiße historische Zentren vor; wenige wissen, dass sich im Herzen der Region ein weites, fast kahles Kalksteinplateau ausbreitet, eine vom Wind gepeitschte mediterrane Steppe, wo die Stille so vollkommen ist, dass sie zur Protagonistin wird. Es ist der Nationalpark Alta Murgia, und ihn zu durchwandern heißt, eine Landschaft zu durchqueren, die einem anderen, härteren und wesentlicheren Süden zu gehören scheint.
Die Landschaft
Hier fehlen die Wälder und offene Räume dominieren: Weiden, so weit das Auge reicht, Felsvorsprünge, Trockenmauern, die alte Grenzen zeichnen, und Doline, jene Karstsenken, in denen sich der Stein zu plötzlichen Mulden öffnet. Die Landschaft ist getupft von Masserie, einige davon befestigt, und von Jazzi, den alten Schutzunterkünften für die Schafe der Transumanz, Zeugnisse einer pastoralen Welt, die diese Orte über Jahrhunderte geprägt hat. Beim Wandern begegnet man ihren Überresten, niedrigen Mauern und Umzäunungen, die von der Wollzivilisation erzählen.
Castel del Monte
Der symbolische Bezugspunkt der gesamten Hochebene ist Castel del Monte, das geheimnisvolle achteckige Kastell, das Friedrich II. errichten ließ, UNESCO-Weltkulturerbe, das einsam auf einer Anhöhe steht und den Blick aus großer Entfernung begleitet. Viele Routen des Parks nutzen das Kastell als Angelpunkt: Man erreicht es zu Fuß durch die Weiden oder behält es am Horizont als Bezugspunkt, während man zwischen den Karsttrichtern wandert. Es hinter den Wellen der Hochebene auftauchen und verschwinden zu sehen, ist eines der eindrucksvollsten Erlebnisse dieses Gebiets.
Die Routen
Die Routen entwickeln sich größtenteils auf Schotterwegen, alten Trattori und Pfaden zwischen den Weiden, mit im Allgemeinen mäßigen Höhenunterschieden: Die Murgia ist ein Plateau, kein Gebirge, und die Anstiege sind sanft, wenn auch konstant. Der technische Schwierigkeitsgrad ist niedrig, doch die eigentliche Anstrengung kommt aus der Exposition: Hier ist Schatten ein seltener Luxus, und die Sonne ist gnadenlos. Man kann halbtägige Wanderungen oder ganze Tage konstruieren, indem man Masserie, Jazzi und Aussichtspunkte verbindet. Verschiedene Bereiche des Parks, wie der Wald von Acquatetta oder die früher angepflanzten Kiefernwälder, bieten geschütztere Varianten.
Die Anreise erfordert ein Auto: Der Park wird von den umliegenden Zentren wie Andria, Ruvo di Puglia, Gravina, Altamura und Spinazzola erreicht, von wo Straßen und Schotterwege ins Innere der Hochebene führen. Castel del Monte ist gut ausgeschildert und verfügt über einen Parkplatz. Es empfiehlt sich, mit klaren Bezugspunkten und zuverlässigen Tracks aufzubrechen, denn in der Weite der Murgia sind Orientierungspunkte rar und die Pfade nicht immer durchgehend markiert.
Wann hingehen
Die richtige Zeit ist die kühle Jahreszeit: März und April, wenn sich die Hochebene mit Grün und Blüten überzieht und die Tage mild sind, und November, wenn die Luft klar wird und das flache Licht jede Falte des Geländes hervorhebt. Es sind Monate, in denen die Murgia ihr Bestes zeigt und in denen vor allem die Einsamkeit garantiert ist: Der apulische Tourismus konzentriert sich anderswo und an der Küste, und hier oben wandert man stundenlang, ohne jemandem zu begegnen. Der Sommer ist im Gegenteil nicht zu empfehlen: Die Hitze und das völlige Fehlen von Schatten machen Wanderungen anspruchsvoll und potenziell riskant.
Ein grundlegender praktischer Rat: Nimm alles Wasser mit, das du zu brauchen glaubst, und dann noch etwas mehr, denn entlang der Routen wirst du keine Brunnen oder Auftankmöglichkeiten finden. Ergänze Hut, Sonnenbrille und Sonnenschutz auch an frischen Tagen und kalkuliere die Zeiten gut, um dich nicht in der Mitte der Hochebene vom Einbruch der Dunkelheit überraschen zu lassen. Und zuletzt: Halte an und höre zu, denn der wahre Grund, hierherzukommen, ist kein Postkartenpanorama, sondern jenes seltene Gefühl von Leere und Stille, das die Murgia außerhalb jeder Route noch immer zu schenken vermag.
Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Wanderung durch die Alta Murgia zwischen Jazzi und Karsttrichtern?
Il periodo consigliato è März, April e November, quando è meno affollata.
Dove si trova Wanderung durch die Alta Murgia zwischen Jazzi und Karsttrichtern?
Wanderung durch die Alta Murgia zwischen Jazzi und Karsttrichtern si trova in Parco dell'Alta Murgia, Bari und Barletta.