Bieszczady: die wilden Poloniny der Karpaten
In der äußersten südöstlichen Ecke Polens, wo sich die Grenzen zur Ukraine und zur Slowakei berühren, hüten die Bieszczady-Berge Hochweiden und Wälder, die eher von Bisons, Wölfen und Bären bewohnt werden als von Touristen. Eine der entvölkertsten und stillsten Regionen Europas.
Foto: Moyan Brenn from Anzio, Italy (CC BY 2.0) — Wikimedia Commons
Es gibt eine Ecke Polens, die aus den Landkarten des Tourismus gefallen zu sein scheint. Die Bieszczady-Berge nehmen das äußerste südöstliche Ende des Landes ein, wo sich die Grenzen zur Ukraine und zur Slowakei fast berühren. Ein Land, das noch die Narben der Geschichte trägt: Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden ganze Dörfer verlassen und die Bevölkerung umgesiedelt, und heute gehören diese Täler zu den am dünnsten besiedelten des Kontinents. Wo einst Felder und Häuser standen, wachsen jetzt Wälder, und Wölfe, Braunbären, Luchse und Herden wiederangesiedelter europäischer Bisons streifen umher. Wer wilde Natur und Einsamkeit sucht, findet sie hier noch.
Die Poloniny
Die Handschrift der Landschaft sind die Poloniny, weite Hochweiden, die die höchsten Gipfel anstelle des Waldes bedecken. Es sind keine vom Menschen geschaffenen Weiden, sondern natürliche, vom Wind gepeitschte Grasflächen, die offene, weite Wanderungen schenken – eine Rarität in den bewaldeten Karpaten. Die berühmteste ist die Połonina Wetlińska, ein langer, wellenförmiger Kamm, auf dem eine historische, sehr geliebte Hütte steht, spartanisch gebaut und nur zu Fuß erreichbar. Nicht weit entfernt breitet sich die Połonina Caryńska aus, ein weiterer grasbewachsener Rücken, den man mit Rundumblick auf 360 Grad überquert. Der höchste Punkt der Kette ist der Berg Tarnica, ein klassisches Ziel, von dem an klaren Tagen der Blick weit über die Grenzen hinausreicht.
Das wanderische Herz kreist um die kleinen Orte Ustrzyki Górne und Wetlina, an den letzten Kehren der Panoramastraße, die in den Nationalpark führt. Von diesen Dörfern starten die markierten Wege, die zu den Poloniny hinaufführen. Um hierher zu gelangen, braucht es Einsatz: Es handelt sich um eine abgelegene Region, weit entfernt von den großen Städten, mit dem Auto oder mit selten verkehrenden Bussen erreichbar, und gerade diese Unbequemlichkeit hält sie vor den Massen geschützt. Vor Ort bewegt man sich zu Fuß auf einem gut markierten Wegenetz.
Schwierigkeit der Route
Die Wanderungen sind von mittlerem Schwierigkeitsgrad. Die Aufstiege zu den Kämmen sind steil, aber nicht technisch, auf Erd- und Felspfaden, die nach dem Regen matschig und rutschig werden. Eine Kammüberquerung von einer Polonina zur anderen beansprucht einen guten Teil eines Tages, mit Höhenmetern, die trainierte Beine verlangen, aber keinerlei alpine Ausrüstung. Man kann Tagesrunden organisieren oder mehrere Gipfel verketten, indem man sich auf die Hütten stützt. Das Wetter schlägt auf den ungeschützten Hochweiden schnell um: Nebel, Wind und Regenschauer können auch im Sommer plötzlich hereinbrechen.
Die beste Reisezeit
Die beste Zeit reicht vom Sommeranfang bis in den Herbst. Der Juni färbt die Poloniny mit Blumen und intensivem Grün; September und Oktober schenken klare Luft, Buchenwälder, die ins Kupfer übergehen, und jenes leuchtende Gefühl der Leere, das die Signatur des Ortes ist. Der Herbst ist auch die Zeit des Hirschbrünftrufs, der bei Sonnenaufgang und Sonnenuntergang in den Tälern widerhallt. Die Menge ist hier eigentlich fast nie ein Problem: Nur an Sommerwochenenden herrscht auf den bekannteren Pfaden nahe Ustrzyki Górne etwas Bewegung, während man an Werktagen und außerhalb des Hochsommers stundenlang wandern kann und nur sehr wenigen Menschen begegnet.
Die Grenzkultur
Über die Wanderungen hinaus lohnt es sich, langsamer zu werden und die Grenzkultur dieses Landes zu erschmecken. In den Dörfern trifft man noch auf die orthodoxen und griechisch-katholischen Holzkirchen der Rusniaken und Lemken, der Minderheiten, die einst diese Täler bevölkerten, und in den kleinen Lokalmuseen wird die Geschichte der Mitte des 20. Jahrhunderts umgesiedelten Bewohner erzählt. Es ist eine Erinnerung, die der Stille der Wälder Tiefe verleiht und verstehen lässt, warum sich hier die Natur so viel Raum zurückerobert hat.
Ein praktischer Tipp: Du bist in einem Gebiet, in dem Bären und Bisons wirklich in freier Wildbahn leben, nicht in einem Gehege. Halte Abstand zu den Tieren, nähere dich ihnen nie zum Fotografieren, mach in dichten Waldabschnitten etwas Lärm beim Gehen und bewahre Essen so auf, dass es keine unerwünschten Besuche im Lager oder in der Hütte anlockt. Bring Wasser- und Nahrungsvorräte mit, denn entlang der Kämme gibt es keine Geschäfte, und die Hütten sind wenige und spartanisch. Das ist seine Schönheit: ein Stück Europa, das wirklich in wildem Zustand geblieben ist.
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Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Bieszczady?
Il periodo consigliato è Juni, September e Oktober, quando è meno affollata.
Dove si trova Bieszczady?
Bieszczady si trova in Südost-Polen.