Balestrino: das ligurische Mittelalterdorf, das das Bergunglück in einer Nacht entleert hat
Eine Burg der Del Carretto und ein verlassenes Steindorf oberhalb von Loano: Das historische Zentrum ist seit sechzig Jahren geschlossen, intakt und unzugänglich.
Foto: Davide Papalini (CC BY-SA 4.0) — Wikimedia Commons
Balestrino ist eine kleine Gemeinde im Hinterland von Loano an der ligurischen Riviera di Ponente. Der mittelalterliche Ortskern, überragt von der Burg der Markgrafen Del Carretto – deren ursprünglicher Kern Mitte des sechzehnten Jahrhunderts errichtet wurde –, wurde 1939 nach den ersten lokalisierten Einstürzen geologisch untersucht: Der Hügel, auf dem das Dorf steht, besteht aus Karstgestein voller verborgener Hohlräume. Die Einwohner wurden ab 1953 schrittweise evakuiert, mit Entschädigungen für den Bau neuer Häuser im Tal, aber die Evakuierung war erst 1969 abgeschlossen.
Seitdem ist der historische Ortskern intakt, aber unzugänglich geblieben. Man kann von außen schauen, durch die Gitter, und was man sieht, ist ein ganzes Dorf, perfekt erhalten: Häuser mit Dächern, gepflasterte Straßen, die Burg mit den zinnenbewehrten Mauern, die Kirche mit dem Glockenturm. Alles leer, alles stillgelegt. Heute ist es nur bei besonderen Anlässen – wie den Giornate FAI – zugänglich, begleitet von Führern und mit Schutzhelm, unter gesicherten Durchgängen.
Die Unmöglichkeit, frei einzutreten, macht Balestrino umso faszinierender. Anders als in Craco oder Pentedattilo, wo man zwischen Ruinen läuft, kann man hier nur von außen schauen – und sich vorstellen. Die Burg der Del Carretto beherrscht die Szene: ein massives Bauwerk mit quadratischem Turm (dem Bergfried, der als Wachturm diente) und über zehn Meter hohen Schrägmauern, das auf die Rückkehr seiner Herren zu warten scheint.
Der Spaziergang rund um das Dorf ist trotzdem eindrucksvoll: Man steigt vom unteren Teil des Ortes durch Olivenhaine und Gärten hinauf, gelangt zu den Toren des Ortskerns, geht um die Mauern herum und blickt durch die Öffnungen hinein. Die Landschaft ist die des ligurischen Hinterlands: von Olivenbäumen bedeckte Hügel, an Hänge geklammerte Dörfer, das Meer, das in der Ferne aufscheint.
In den letzten Jahren hat die Gemeinde ein Sanierungsprojekt für den historischen Kern gestartet, aber die Arbeiten schreiten langsam voran. Das Ziel ist, das Dorf wieder für die Öffentlichkeit zu öffnen, aber niemand weiß, wann. Bis dahin bleibt Balestrino das größte verlassene Dorf Liguriens: ein Geisterdorf, perfekt erhalten, weil niemand mehr eintreten durfte.
Es lässt sich in ein paar Stunden besichtigen und mit einem Besuch von Toirano (bekannt für die prähistorischen Grotten, nur 4 km entfernt) und der Küste von Loano verbinden. Die beste Zeit ist Frühling und Herbst.
Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Balestrino?
Il periodo consigliato è März, April, Mai, September, Oktober e November, quando è meno affollata.
Balestrino è affollata?
Balestrino è una meta quasi deserta rispetto alle destinazioni più turistiche.
Dove si trova Balestrino?
Balestrino si trova in Balestrino, Ligurien, Italien.
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