Die Hochebene des Ortigara und die Pfade des Ersten Weltkriegs
Auf der Hochebene von Asiago in der Provinz Vicenza bewahrt der Monte Ortigara zwischen Almwiesen in großer Höhe Schützengräben, Stollen und Laufwege des Ersten Weltkriegs. Eine vergessene historische Front, fern der modischen Dolomitengipfel und des Massentourismus.
Luukas, Public domain, via Wikimedia Commons
Die Hochebene von Asiago ist berühmt für ihren Käse und ihre Langlaufloipen, doch nur wenige steigen bis auf den Ortigara hinauf, wo der Berg eine der härtesten Seiten des Ersten Weltkriegs bewahrt. Hier, auf den Almwiesen der Sette Comuni, wurde 1917 eine aufreibende Schlacht ausgetragen, die Schützengräben, Stollen, Laufwege und Gedenksteine hinterlassen hat, die noch heute sichtbar sind. Es ist eine weitgehend vergessene historische Front, abseits der modischen Dolomiten-Rundreisen, und gerade deshalb ein Ort der Stille und des Gedenkens, an dem man fast immer in Ruhe wandert.
Die Wanderung
Die klassische Wanderung startet am Piazzale Lozze, den man mit dem Auto von der Hochebene aus erreicht. Von hier steigt man zum Gipfel des Monte Ortigara auf, gekennzeichnet durch die berühmte Colonna Mozza, das Denkmal für die Gefallenen, und die kleine Kapelle Chiesetta del Lozze etwas weiter unten. Auf dem Weg begegnet man in den Kalkfels gehauenen Schützengräben, Stellungsresten, Stollen und den österreichischen und italienischen Gedenksteinen, die die Frontlinien markieren. Die vollständigste Route bildet einen Rundweg, der die symbolischen Punkte der Schlacht berührt und die Geographie des Kampfes zwischen den Almen und den Karsttrichtern der Hochebene direkt vor Ort ablesbar macht.
Die Landschaft ist typisch für eine karstige Hochgebirgslandschaft: gewellte Wiesen, aus dem Boden ragende Felsen, Mulden und wenige Bäume, mit weiten Blicken über die Hochebene und die fernen Dolomiten. Die überall präsenten Kriegsspuren verwandeln einen einfachen Spaziergang in einen Weg der Erinnerung, den man mit Respekt gehen sollte.
Anreise
Man fährt mit dem Auto von Asiago aus in Richtung Gallio und Foza hinauf bis zu den Parkplätzen in der Höhe, von denen der Weg abzweigt. Das Auto ist das praktischste Verkehrsmittel für den Zugang; von dort erfolgt die Runde vollständig zu Fuß.
Der Ortigara ist kein gewöhnlicher Berg: Er ist ein symbolisch gewordener Gipfel, auf dem Tausende italienische und österreichisch-ungarische Soldaten für die Kontrolle weniger Meter Fels ihr Leben ließen. Zwischen seinen Schützengräben zu wandern bedeutet, ein weitgehend unversehrt gebliebenes Schlachtfeld zu durchqueren, in dem der Karstboden die Wunden des Krieges bewahrt hat. Man erkennt Beobachtungsposten, in den Fels gehauene Unterstände, Reste von Stacheldraht und Krater von Explosionen. Die Colonna Mozza am Gipfel, ein von den Veteranen gewolltes Denkmal, trägt eine berühmt gewordene Inschrift, und vom höchsten Punkt umfasst der Blick die gesamte Hochebene und gibt einen Eindruck von der strategischen Bedeutung dieser Orte und von der Härte derer, die hier oben zwischen Kälte und Schneestürmen kämpften.
Der Schwierigkeitsgrad
Der Schwierigkeitsgrad ist mittel: Es ist eine Wanderung, die gute Kondition verlangt, aber keine alpinistischen Fähigkeiten erfordert. Der Höhenunterschied ist im Vergleich zu großen Alpenanstiegen überschaubar, und die Wege sind gut markiert, auch wenn der Karstboden steinig und unregelmäßig ist und einige Abschnitte steil zum Gipfel hinaufführen. Es ist eine Tagestour, die für viele Wanderer machbar ist, aber dennoch geeignete Schuhe und Aufmerksamkeit erfordert, besonders wenn man die Stollen mit einer Taschenlampe erkundet.
Wann hingehen
Die beste Zeit ist der späte Frühling und der Herbst. Der Juni bietet blühende Wiesen und lange Tage; September und Oktober schenken klare Luft, warme Farben und eine noch tiefere Stille, wenn sich die Hochebene der Sommergäste entleert. Gerade in diesen Monaten meidet man das Gedränge: Der Ortigara ist kein Ziel für Massenausflüge, und seine Wege bleiben vor allem Wanderern und Suchenden nach Erinnerungsorten vorbehalten, nicht dem intensiven Tourismus der berühmteren Gipfel.
Ein praktischer Tipp: Nimm eine Taschenlampe mit, wenn du in die von den Soldaten gegrabenen Stollen und Höhlungen schauen möchtest, kleide dich im Zwiebelprinzip, denn in dieser Höhe ist der Wind auch bei Sonne kalt, und nimm dir Zeit, die Gedenksteine und Tafeln entlang des Weges zu lesen. Dies ist kein Trekking, das man im Laufschritt absolviert: Jeder Schützengraben erzählt eine Geschichte, und langsam, im Schweigen zu gehen, ist der richtige Weg, einen Ort zu durchqueren, der zugleich Berg und Erinnerung ist. Lass alles so, wie du es vorfindest: Die Kriegsreste sind Zeugnisse, die man respektieren, keine Souvenirs, die man sammeln sollte.
Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Die Hochebene des Ortigara und die Pfade des Ersten Weltkriegs?
Il periodo consigliato è Juni, September e Oktober, quando è meno affollata.
Dove si trova Die Hochebene des Ortigara und die Pfade des Ersten Weltkriegs?
Die Hochebene des Ortigara und die Pfade des Ersten Weltkriegs si trova in Altopiano di Asiago, Vicenza.