Alicudi, Äolische Inseln, Messina, Italien

Alicudi: die straßenlose Insel, auf der die Welt zum Stillstand kommt

Keine Autos, keine Motorroller, kein Asphalt: Auf Alicudi bewegt man sich zu Fuß oder auf dem Rücken eines Maultiers. Es ist die abgelegenste der Äolischen Inseln – und vielleicht die authentischste.

Foto di Alicudi, Äolische Inseln, Messina, Italien — Alicudi: die straßenlose Insel, auf der die Welt zum Stillstand kommt

Foto: Carsten Steger (CC BY-SA 4.0) — Wikimedia Commons

Auf Alicudi gibt es keine Straßen. Nicht im romantischen Sinne von Schotterpisten oder malerischen Pfaden: Es gibt schlicht keinen Asphalt, keine Autos, keine Motorroller. Man bewegt sich zu Fuß über Steintreppen aus Lavagestein, die vom einzigen Anlegeplatz steil hinaufführen, oder mit den Maultieren, die die wenigen Bewohner noch halten. Dieses Detail – banal, fast absurd – sagt alles darüber, was diese kleine äolische Insel bewahrt hat.

Fünfzig Menschen und ein erloschener Vulkan

Im Winter leben auf Alicudi ständig weniger als fünfzig Personen. Im Sommer ändert sich etwas: Die Hausbesitzer kommen, ein paar neugierige Touristen, eine Handvoll Segler. Aber nicht genug, um die Insel zu verwandeln. Der Vulkankegel – der Filo dell'Arpa, 675 Meter – wird in etwa zwei Stunden bezwungen; der Höhenunterschied fordert die Beine, aber nicht die Technik. Vom Gipfel sieht man an klaren Tagen alle anderen Äolischen Inseln und sogar den Ätna im Hintergrund. Es ist eines der außergewöhnlichsten Panoramen des südlichen Tyrrhenischen Meeres – und fast niemand kennt es.

Die Legende vom Mutterkorn

Alicudi bewahrt auch eine seltsame und faszinierende Geschichte. Im 17. und 18. Jahrhundert konsumierten die Inselbewohner Roggen, der mit einem Pilzparasiten – Claviceps purpurea – verunreinigt war und halluzinogene Effekte ähnlich wie LSD hervorrief. Chroniken der Zeit berichten von kollektiven Visionen, von Frauen, die glaubten fliegen zu können, von Episoden öffentlicher Ekstase. Historiker führen diese Phänomene heute auf den Ergotismus zurück, die Krankheit des vergifteten Brotes. Die Insel besitzt in diesem Sinne eine unfreiwillige psychedelische Erinnerung, die ihr einen mythischen Nimbus verleiht.

Anreise und Organisation

Alicudi ist mit den Fähren von Siremar und Liberty Lines von Milazzo, Palermo und den anderen Äolischen Inseln aus zu erreichen. Die Verbindung ist seltener als nach Lipari oder Stromboli: In der Nebensaison kann es nur zwei Fahrten pro Woche geben. Das erfordert eine sorgfältige Logistik. Der einzige strukturierte Beherbergungsbetrieb ist das Ericusa Hotel mit einer kleinen Küche, die auf Reservierung arbeitet. Einige Häuser werden privat vermietet. Es gibt keine Supermärkte: Die Lebensmittelversorgung kommt mit den Fähren. Bringt mit, was ihr braucht – und gönnt euch den Luxus, keine andere Wahl zu haben, als langsamer zu werden.

Praktische Informationen

Qual è il periodo migliore per visitare Alicudi?

Il periodo consigliato è Mai, Juni, September e Oktober, quando è meno affollata.

Alicudi è affollata?

Alicudi è una meta quasi deserta rispetto alle destinazioni più turistiche.

Dove si trova Alicudi?

Alicudi si trova in Alicudi, Äolische Inseln, Messina, Italien.

Adatto a: Maggio Giugno Settembre Ottobre

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