Der Pilgerweg des heiligen Nilus im byzantinischen Cilento
Ein Klosterweg auf den Spuren des italo-griechischen Eremitentums im Cilento, von Sapri nach Palinuro, durch Grotten, Steindörfer und ans Meer. Fernab der überfüllten Strände wandert man von den Bergen zur Küste in einem stillen Cilento, das fast kein Tourist kennt.
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Wenn man Cilento sagt, denken fast alle ans Meer: die Strände von Palinuro, Marina di Camerota, Acciaroli, die im Sommer überfüllt sind. Doch es genügt, der Küste den Rücken zu kehren und ins Hinterland aufzusteigen, um in eine andere Welt einzutauchen, gemacht aus bewaldeten Hügeln, Steindörfern und einer uralten Spiritualität. Hier blühte um das Jahr 1000 das italo-griechische Mönchtum, jenes der basilianischen Mönche griechischer Sprache und griechischen Ritus, die in Grotten und Eremitagen lebten. Die bekannteste Gestalt ist der heilige Nilus von Rossano, ein Mönch kalabrischer Herkunft, der der Überlieferung nach genau in diesen Gebieten, im Kloster San Nazario, die Mönchstonsur empfing, und auf den Spuren dieser Einsiedlerkultur entfaltet sich ein Weg, der das geheimste Cilento durchquert, von den Bergen bis ans Meer.
Der Weg
Der Cammino di San Nilo ist ein Wanderweg von etwas mehr als hundert Kilometern, unterteilt in acht Etappen, der in Sapri am Golf von Policastro beginnt und in Palinuro an der Küste des Cilento endet. Das geistige Herz der Route ist San Nazario, heute ein kleiner Ortsteil von San Mauro la Bruca, wo der Überlieferung nach der junge Nicola alles aufgab, um die Tonsur zu empfangen und den Namen Nilus anzunehmen: mehr als nur eine Etappe ist es der Wendepunkt des gesamten Weges. Entlang der Strecke begegnet man Dörfern, die in ihren Namen, Kirchen und Grotten die Erinnerung an die Heiligen und orientalischen Mönche bewahren, eines der lebendigsten Zeugnisse des italo-griechischen Mönchtums im Cilento.
Die Dörfer des Hinterlandes
Der Weg durchquert das Hinterland und verbindet Orte wie Torraca, Casaletto Spartano mit seinem Wasserfall Cascata dei Capelli di Venere, Morigerati mit der WWF-Oase der Grotten des Bussento und Caselle in Pittari, wo Wasser und Fels Schluchten und Höhlen geschaffen haben, die Eremiten Zuflucht boten. Es geht weiter nach Rofrano und Montano Antilia, durch Kastanienwälder und verstreute Weiler, wo die in den Fels gegrabenen Eremitengrotten an die Jahrhunderte erinnern, in denen diese Orte Mönche und Asketen aufnahmen. Die letzten Etappen steigen schließlich zur Küste hinab, von San Nazario bis Palinuro, und schließen die Reise von den Bergen zum Meer ideal ab, mit dem plötzlichen Blick aufs Blau des Tyrrhenischen Meeres nach Tagen im Landesinneren.
Die Route verläuft im Nationalpark Cilento, Vallo di Diano und Alburni, auf Hügel- und Mittelgebirgspfaden, die gute Beine erfordern, aber weite Panoramen schenken, vom fernen Meer bis zu den Apenningipfeln. Man wandert durch Olivenhaine, Wälder und alte Saumpfade, mit Höhenunterschieden, die sich vor allem auf den Etappen im Landesinneren bemerkbar machen, bevor der lange Abstieg zur Küste beginnt.
Der Ausgangspunkt Sapri ist bequem mit dem Zug an der Tyrrhenischen Bahnlinie erreichbar, während der Zielort Palinuro über die Station Pisciotta-Palinuro angebunden ist: Von dort braucht es dann Regionalbusse oder ein Auto, um in die Dörfer zu gelangen. Die öffentlichen Verbindungen im Hinterland sind spärlich, daher ist eine Planung der Fahrzeiten unerlässlich. Das Auto bleibt das bequemste Mittel, um zu den Etappenausgangspunkten zu gelangen, während der eigentliche Weg zu Fuß zurückgelegt wird. Die Gastfreundschaft ist einfach und herzlich, wie es in den Cilento-Dörfern üblich ist, mit Agriturismi, kirchlichen Häusern und kleinen Familienbetrieben.
Wann hingehen
Die idealen Monate sind Mai, Juni und Oktober. Im Frühjahr explodiert das Hinterland in Grün und Blüten, mit perfekten Temperaturen zum Wandern, während der Oktober die Kastanienzeit, die Herbstfarben und klare Luft bringt. Der Sommer, wenn die Küste im Ansturm steht, ist genau der Moment, in dem das Landesinnere leer bleibt, doch die Hitze zur Mittagszeit kann die Anstiege beschwerlich machen. Das Geheimnis dieses Weges ist einfach: Während nur wenige Kilometer entfernt die Strände überfüllt sind, durchquert man hier Dörfer, in denen der Tourismus nie wirklich angekommen ist, und man begegnet mehr Hirten als Wanderern.
Praktische Tipps
Ein praktischer Tipp: Nimm dir Zeit, in die Kirchen und Einsiedeleien entlang des Weges einzutreten, aber erkundige dich vorher nach den Öffnungszeiten, denn viele religiöse Orte im Landesinneren werden von Freiwilligen betreut und öffnen nur auf Anfrage oder zu bestimmten Zeiten. Probiere die Küche des Cilento-Hinterlandes, von den Bohnen von Controne bis zu den handgemachten Fusilli, weit entfernt von den touristischen Menüs der Küste: Das ist der beste Weg, um in den langsamen Rhythmus dieses verborgenen Cilento einzutauchen und diejenigen zu unterstützen, die es noch bewohnen.
Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Der Pilgerweg des heiligen Nilus im byzantinischen Cilento?
Il periodo consigliato è Mai, Juni e Oktober, quando è meno affollata.
Dove si trova Der Pilgerweg des heiligen Nilus im byzantinischen Cilento?
Der Pilgerweg des heiligen Nilus im byzantinischen Cilento si trova in Unteres Cilento, Kampanien, Italien (von Sapri nach Palinuro).