Dinan, die mittelalterliche bretonische Stadt an der Rance
Dinan ist eine mittelalterliche bretonische Stadt mit Fachwerkhäusern, begehbaren Stadtmauern und einem Flusshafen an der Rance: die authentischste Bretagne.
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Eine mittelalterliche Stadt, die noch heute lebt
Dinan ist kein Museumsdorf: Es ist eine lebendige Stadt mit elftausend Einwohnern, die das Glück – und die Weitsicht – hatte, ihr mittelalterliches Zentrum unversehrt zu bewahren. Auf einer dreißig Meter hohen Steilküste über dem Fluss Rance thront sie, geschützt durch fast drei Kilometer Stadtmauer aus dem 13. bis 15. Jahrhundert mit Türmen und befestigten Toren – Dinan ist wahrscheinlich die am besten erhaltene mittelalterliche Stadt der gesamten Bretagne.
Anders als das berühmte Mont-Saint-Michel (nur 40 km entfernt), wo der Massentourismus die Authentizität erstickt hat, bewahrt Dinan ein seltenes Gleichgewicht zwischen Kulturerbe und Alltagsleben. Die Bretonen kaufen donnerstags auf dem Markt ein, Kinder spielen auf den Plätzen, die Cafés sind voller Einheimischer. Tourismus gibt es, aber er dominiert nicht.
Die Fachwerkhäuser
Die Altstadt von Dinan ist ein Katalog mittelalterlicher und renaissancezeitlicher Architektur. Die Fachwerkhäuser (colombage) reihen sich entlang der engen Gassen, wobei die Fassaden mit jedem Stockwerk weiter vorspringen – eine Bautechnik, die den Wohnraum maximierte und die Fundamente vor Regen schützte.
Die Rue du Jerzual
Die Rue du Jerzual ist das Rückgrat der Altstadt: eine steile, gewundene Abfahrt, die die Oberstadt mit dem Hafen an der Rance verbindet, gesäumt von Fachwerkhäusern aus dem 15. und 16. Jahrhundert, die sich einander zuneigen wie in einer geheimen Unterhaltung. Heute sind aus den Werkstätten der Weber Ateliers von Künstlern geworden, doch die Atmosphäre ist die eines Mittelalters, das sich schlicht geweigert hat, zu enden.
Der Tour de l'Horloge und die Stadtmauern
Der Uhrturm (15. Jahrhundert), 46 Meter hoch, bietet von seiner Spitze das umfassendste Panorama über die Stadt und die umliegende Landschaft. Die Stadtmauern, in weiten Teilen begehbar, verbinden dreizehn Verteidigungstürme und bieten einen erhöhten Spaziergang mit Ausblicken auf die Innengärten und das Tal der Rance.
Das Schloss-Museum
Das Schloss von Dinan mit seinem mächtigen Donjon aus dem 14. Jahrhundert beherbergt ein Museum zur Lokalgeschichte. Der Herzogsaal mit seinem monumentalen Kamin und die Ausstellungen zur Geschichte der Stadt und der Bretagne sind einen Besuch wert. Von der Terrasse bietet sich ein spektakulärer Blick auf das Eisenbahnviadukt und das Tal.
Der Hafen an der Rance
Am Fuße der Steilküste ist der Flusshafen von Dinan ein Juwel. Die alten Steinhäuser der Kaufleute und Seeleute spiegeln sich im ruhigen Wasser der Rance, die Ausflugsschiffe legen an den Anlegern an, und Restaurants servieren Meeresfrüchte mit Blick aufs Wasser. Von hier aus starten Flusskreuzfahrten nach Saint-Malo und Dinard, die die Rance durch eine Landschaft aus Wäldern und Schlössern hinabführen.
Die Marée und die Usine marémotrice
Die Rance unterliegt den Gezeiten – der Hafen von Dinan leert und füllt sich mit den atlantischen Tiden. Flussabwärts ist die Usine Marémotrice de la Rance das erste und größte Gezeitenkraftwerk der Welt, in Betrieb seit 1966.
Die Umgebung: die Côte d'Émeraude
Dinan ist die ideale Basis, um die Côte d'Émeraude zu erkunden. Saint-Malo (30 km), die von Mauern umgebene Korsarenstadt, ist ein Muss. Dinard (25 km) bietet Belle-Époque-Strände und eklektische Villen. Das Cap Fréhel (40 km) mit seinen 70 Meter hohen rosa Klippen und dem panoramischen Leuchtturm ist einer der spektakulärsten Punkte der bretonischen Küste. Fort la Latte, eine mittelalterliche Burg am Meer, rundet den Tag ab.
Was man essen sollte
- Huîtres de Cancale: flache Austern aus der Bucht von Cancale, 30 km entfernt – gelten als eine der besten der Welt
- Moules-frites: Miesmuscheln nach Seemannsart mit Pommes frites, das Gericht der bretonischen Bistros
- Far breton: im Ofen gebackener Pudding mit Trockenpflaumen, dicht und süß
- Galettes de sarrasin: Buchweizencrêpes gefüllt – die Galette complète (Schinken, Käse, Ei) ist ein Klassiker
- Beurre salé: die bretonische Salzbutter, in jedem Gericht vom Frühstück bis zum Dessert präsent, einschließlich der berühmten Salzbutter-Karamellen
Anreise
Mit dem Zug bis Dinan (TER-Linie von Rennes oder Saint-Brieuc). Von Rennes (55 km) verkehren häufige Züge. Der TGV-Bahnhof Rennes liegt an der Strecke Paris-Montparnasse (1h30 mit dem TGV). Mit dem Auto verbindet die N176 Dinan mit Saint-Malo und Rennes. Flughäfen: Rennes-Saint-Jacques (55 km) und Dinard-Pleurtuit (20 km, Ryanair-Flüge aus London).
Wann hinfahren
Von Mai bis September. Die Fête des Remparts, alle zwei Jahre (in geraden Jahren) im Juli, ist die größte mittelalterliche Nachstellung Frankreichs mit 100.000 Besuchern. Der Markt am Donnerstag findet ganzjährig statt. Der Sommer ist mild und lichtdurchflutet. Der Frühling bringt die Blütenpracht auf den Mauern. Der Herbst ist schön, aber regnerisch.
Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Dinan?
Il periodo consigliato è Mai, Juni, Juli, August e September, quando è meno affollata.
Dinan è affollata?
Dinan è una meta molto tranquilla rispetto alle destinazioni più turistiche.
Dove si trova Dinan?
Dinan si trova in Dinan, Frankreich.