Das geheime Milano: 8 Orte, die den Duomo überleben
Weinberge aus der Renaissance, barocke Kreuzgänge, Waschhäuser an den Navigli und ein Quadrilatero nicht der Boutiquen, sondern der Stille. Milano hat ein Gesicht, das in keinem Reiseführer erscheint: hier ist es.
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Milano wehrt sich schlecht gegen eilige Touristen. Duomo, Galleria, ein Cocktail an den Navigli, weiter. Doch wer einen Tag länger bleibt und zweihundert Meter weitergeht, sieht die Stadt in anderer Farbe. Es ist eine Stadt aus geschlossenen Innenhöfen und vertikaler Stille. Diese acht Orte sind ihr bestes Porträt.
1. Der Vicolo dei Lavandai, das letzte Waschhaus der Navigli
Am Naviglio Grande, eingeklemmt zwischen zwei Palästen, gibt es ein noch intaktes Waschhaus aus dem 19. Jahrhundert: die schrägen Steine, an denen die Wäscherinnen rieben, das Holzdach, eine kleine Brücke. Beim Aperitif geht man vorbei und sieht es nicht; morgens vorbeigeht scheint es einem aus einem anderen Jahrhundert zu stammen.
Der Vicolo dei Lavandai: das geheime Waschhaus der Navigli →
2. Der Weinberg von Leonardo und die Sixtinische Kapelle, die Milano vergisst
Hinter dem Corso Magenta liegen zwei Wunder, an die niemand denkt. Das erste ist der Weinberg von Leonardo, philologisch getreu im Garten der Casa degli Atellani (heute Vigna) rekonstruiert. Das zweite ist San Maurizio al Monastero Maggiore, eine fast leere Kirche, vollständig von Bernardino Luini und Schülern freskiert: Man nennt sie "die Sixtinische Kapelle Milanos", und das ist keine Übertreibung.
Weinberg von Leonardo und San Maurizio, die "Sixtinische Kapelle" Milanos →
3. Das Quadrilatero del Silenzio, Liberty und Déco ohne Schaufenster
Nur einen Steinwurf von der Piazza della Repubblica entfernt liegt ein Viertel ohne Boutiquen, ohne Menschenstrom, ohne Instagram: Via Cappuccini, Via Serbelloni, Via Mozart. Villa Invernizzi (mit den rosa Flamingos), Villa Necchi Campiglio, Liberty- und Art-Déco-Paläste. Ein Quadratkilometer, in dem Milano die Stimme senkt.
Das Quadrilatero del Silenzio →
4. Ca' de Sass und die Höfe der Cinque Vie
Die Cinque Vie sind das mittelalterliche Viertel Milanos — eine Tatsache, die niemand erwartet. Höfe mit Brunnen, romanische Portale, die Ca' de Sass mit ihrer imposanten Bossierung, San Sepolcro (eine Kopie des Heiligen Grabes von Jerusalem, gebaut, als man noch glaubte, dort liege der exakte Mittelpunkt der Erde).
Ca' de Sass und die Höfe der Cinque Vie →
5. Die Krypta von San Sepolcro, der genaue Mittelpunkt des römischen Milano
Unter der Kirche San Sepolcro liegt eine romanische Krypta von 1030 mit kreuzförmigem Grundriss, erst vor wenigen Jahren nach Restaurierungen wieder für das Publikum geöffnet. Sie liegt genau über dem alten römischen Forum. Eintritt in begrenzten Zeitfenstern: wenige Besucher, dichte Atmosphäre, fünf Euro.
6. Die Kreuzgänge von Sant'Ambrogio und San Simpliciano
Sant'Ambrogio ist berühmt, seine Bramante-Kreuzgänge deutlich weniger: zwei mit Säulen gesäumte Quadriportiken, die eine private Universität beherbergen und nur in beschränkten Zeiten geöffnet sind. Noch ruhiger ist der Kreuzgang von San Simpliciano nicht weit entfernt, eine ambrosianische Basilika aus dem 4. Jahrhundert mit einem Glockenturm, der an einen lombardisch-romanischen Turm erinnert.
7. Die Villa Necchi Campiglio und ihr Wintergarten
Villa Necchi hat wachsenden Ruhm, bleibt aber eine bürgerliche Villa des 20. Jahrhunderts, die eher wegen des Films "Io sono l'amore" besucht wird als um ihrer selbst willen. Ihr Wintergarten und der Swimmingpool — der erste in Milano, 1935 — sind eine Besessenheit von Modernität, die in keinem Standard-Reiseführer erscheint. Zu sehen an einem regnerischen Nachmittag.
8. Die Krypta des Duomo und die Scurolo di San Carlo
Alle besuchen die Kathedrale, fast niemand steigt hinab. Unter dem Duomo liegen die Krypta des Carlo Borromeo (mit dem Schrein, in dem der Heilige ruht), das antike frühchristliche Baptisterium San Giovanni alle Fonti, in dem Sant'Agostino von Sant'Ambrogio getauft wurde, und die Fundamente der Basilika Santa Tecla. Fünf Euro Aufpreis auf das Standardticket. Fast niemand nimmt es.
Wie man sie an einem Wochenende verbindet
Samstagmorgen Cinque Vie + Ca' de Sass + San Sepolcro; Samstagnachmittag Corso Magenta (Vigna + San Maurizio); Sonntagmorgen Sant'Ambrogio + San Simpliciano; Sonntagnachmittag Quadrilatero del Silenzio + Villa Necchi. Das Waschhaus sieht man am Ende des Tages, vor einem langsamen Aperitif.
Ist Milano wirklich ohne den Duomo erlebbar?
Sicher. Mehr noch: Milano hat ein Parallelgesicht, das zwischen Kreuzgängen, Innenhöfen und Nebenkirchen lebt und oft authentischer mailändisch ist als der Duomo — der, nicht zu vergessen, voller Touristen aus aller Welt ist, nicht von Mailändern. Wenn Sie eine ausgewogenere Zwei-Tages-Route bevorzugen →
Muss man etwas reservieren?
Der Weinberg von Leonardo muss online reserviert werden. Villa Necchi sollte man an Wochenenden buchen. Die Krypta von San Sepolcro hat kontingentierte Zugänge. Alles andere — Kreuzgänge, Kirchen, Viertel der Stille, Waschhaus — ist frei und kostenlos zugänglich.
Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Das geheime Milano?
Il periodo consigliato è März, April, Mai, Juni, September, Oktober e November, quando è meno affollata.
Das geheime Milano è affollata?
Das geheime Milano è una meta molto tranquilla rispetto alle destinazioni più turistiche.
Dove si trova Das geheime Milano?
Das geheime Milano si trova in Milano.