Hinter dem Corso Magenta: der Weinberg Leonardos und die «Sixtinische Kapelle», die Mailand vergisst
Wenige Schritte vom Abendmahl entfernt bewahrt Mailand zwei stille Orte der Renaissance: den Weinberg Leonardos und eine vollständig freskierte Kirche.
Foto: Adolphe Yvon (Public domain) — Wikimedia Commons
Der Corso Magenta ist eine Straße, die fast alle in Eile durchqueren, auf dem Weg zum Abendmahl von Santa Maria delle Grazie und dessen Warteschlangen, die Monate im Voraus reserviert sein müssen. Und doch führen auf demselben Bürgersteig zwei Türen in ein viel stilleres Mailand, jenes, das der Massentourismus durchquert, ohne es zu sehen.
Die erste ist die der Casa degli Atellani, Hausnummer 65. Jenseits des Hofes öffnet sich ein unerwarteter Garten, in dem der sogenannte Weinberg Leonardos wächst. Den Quellen zufolge schenkte Ludovico il Moro Leonardo da Vinci um 1498 ein mit Reben bepflanztes Grundstück, nicht weit vom Kloster entfernt, in dem er das Abendmahl malte. Leonardo hing so sehr daran, dass er es in seinem Testament von 1519 erwähnte. Die genaue Lage der Rebzeilen ging Jahrhunderte lang verloren und wurde im 20. Jahrhundert bei den vom Architekten Piero Portaluppi geleiteten Restaurierungsarbeiten wiedergefunden; erst kürzlich wurden dort einige Malvasia-Setzlinge neu gepflanzt.
Wenige hundert Meter weiter, Richtung Zentrum, liegt die zweite Tür: die der Kirche San Maurizio al Monastero Maggiore, Hausnummer 15. Von außen ist es eine schlichte Fassade, an der man leicht achtlos vorbeigeht. Innen jedoch ist jede Wand und jedes Gewölbe mit Fresken bedeckt: Deshalb nennt man sie die «Sixtinische Kapelle von Mailand». Ein großer Teil des Zyklus stammt von Bernardino Luini und seiner Werkstatt, die hier in den 1520er Jahren tätig war, als das Gebäude mit dem wichtigsten benediktinischen Frauenkloster der Stadt verbunden war.
Das Schöne ist, dass sich beide Orte in Ruhe besichtigen lassen. San Maurizio ist oft frei zugänglich und fast nie überfüllt; in den Weinberg gelangt man mit Eintrittskarte, aber ohne das Gedränge, das das Abendmahl wenige Schritte entfernt belagert.
Ein praktischer Tipp: Geht früh am Morgen oder am späten Nachmittag hin und meidet die Feiertagswochenenden im Frühling. Ein halber Tag zu Fuß zwischen diesen beiden versteckten Höfen ist mehr wert – und erzählt mehr – als ein Wettlauf gegen die Uhr.
Anreise
Die Gegend um den Corso Magenta liegt im historischen Zentrum Mailands, neben Santa Maria delle Grazie. Die nächstgelegenen U-Bahn-Stationen sind Cadorna (Linien M1 und M2, auch vom Passante und den Verbindungen nach Malpensa bedient) und Conciliazione an der M1. Wer mit dem Zug anreist, kann sich an Milano Cadorna oder den Hauptbahnhof halten, beide gut angebunden; die zuständigen Flughäfen sind Linate, Malpensa und Orio al Serio. Mit dem Auto liegt die Gegend im Zentrum und unterliegt der Area C, daher besser mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sein.
Praktische Reiseführer für Mailand
Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Hinter dem Corso Magenta?
Il periodo consigliato è März, April, Mai, September, Oktober e November, quando è meno affollata.
Hinter dem Corso Magenta è affollata?
Hinter dem Corso Magenta è una meta molto tranquilla rispetto alle destinazioni più turistiche.
Dove si trova Hinter dem Corso Magenta?
Hinter dem Corso Magenta si trova in Mailand, Lombardei, Italien.
Abitanti ai censimenti (fonte ISTAT, serie storica via Wikipedia).
Anfahrt
- 🚆 Nächster Bahnhof: Milano Cadorna ~0 km Luftlinie
- ✈️ Nächster Flughafen: Aeroporto di Milano-Linate LIN ~8 km Luftlinie
Punti più vicini in linea d'aria (fonte OpenStreetMap): i tempi reali dipendono dalle strade, spesso di montagna.