Die Straße der 52 Tunnel am Pasubio
Am Pasubio-Massiv in den Piccole Dolomiti bei Vicenza ein militärischer Saumpfad des Ersten Weltkriegs, in den Fels gehauen. So spektakulär wie die klassischen Dolomiten, aber abseits ihrer Routen: Wer die Nebensaison wählt, findet ihn fast menschenleer.
Foto: Marco Usan (CC BY 3.0) — Wikimedia Commons
Alle kennen die Drei Zinnen oder die Seiser Alm, wenige wissen, dass sich eine Stunde von den venezianischen Städten eine der genialsten Bergstraßen Europas verbirgt. Die Straße der 52 Tunnel wurde von italienischen Soldaten während des Ersten Weltkriegs in den Fels geschlagen, um die Gipfelstellungen im Windschatten des österreichischen Feuers zu versorgen. Heute ist sie ein Fußweg, doch bleibt sie ein Werk, das sprachlos macht: spiralförmige Tunnel, die sich ins Innere des Berges winden, Fenster ins Leere, in den lebenden Fels gehauene Serpentinen. Da sie im Vicentino liegt und nicht im touristischen Kern Südtirols, entgeht sie den großen Menschenströmen: keine Seilbahnen, keine Vitrinendörfer, nur Fels und Stille.
Der Aufstieg und die Tunnel
Startpunkt ist der Passo Xomo oberhalb von Posina, wo man das Auto abstellt und dem Weg Nummer 366 folgt. Der Aufstieg ist stetig, aber auf regelmäßigem Saumpfad-Untergrund, für Maultiere gedacht und daher nie brutal exponiert. Die Tunnel sind fortlaufend nummeriert: Man beginnt mit kurzen Abschnitten, dann folgen die berühmtesten, wie der Tunnel, der sich spiralförmig in einen Felsturm hinaufwindet – ein wahres Meisterwerk militärischer Ingenieurskunst. Aus den in die Wand gemeißelten Fenstern schweift der Blick über die Piccole Dolomiti und das Val Leogra. So erreicht man die Porte del Pasubio, wo das Rifugio Achille Papa steht, ein natürlicher Rastpunkt mit Blick auf das Gipfelplateau und die Orte des Krieges.
Wer einen Rundweg schließen möchte, kehrt nicht durch die Tunnel zurück, sondern steigt über die Strada degli Scarubbi ab, einen breiteren und weniger spektakulären, aber bequemen Weg, der zum Ausgangspunkt zurückführt. So kann man die 52 Tunnel nur im Aufstieg begehen, wo man sie am besten genießt, und vermeidet den Gegenverkehr derer, die sie in beide Richtungen gehen. Bedenke, dass viele Tunnel dunkel sind und einen unebenen Boden haben: Die Stirnlampe ist kein Extra, sondern eine Notwendigkeit.
Anreise
Zur Anfahrt erreicht man mit dem Auto die Gegend um Schio und die Valli del Pasubio, von wo eine Bergstraße zum Passo Xomo und zum nahen Pian delle Fugazze führt. Bis zum Start gibt es keine bequemen öffentlichen Verkehrsmittel, deshalb bleibt das Auto die praktischste Lösung; der Parkplatz in Xomo füllt sich an Wochenenden in der Hochsaison schnell, früh aufbrechen. In der Höhe gibt es bis zum Rifugio keine durchgehenden Wasserquellen oder Einkehrmöglichkeiten, deshalb sollte man gut ausgerüstet aufbrechen.
Beste Reisezeit
Der beste Zeitraum reicht von Juni bis Oktober, wenn die Tunnel frei von Schnee und Eis sind. Gerade September und Oktober sind die Goldmonate für alle, die Ruhe suchen: Schulklassen und Sommergruppen sind verschwunden, die Luft ist klar, die Buchenwälder auf dem Rückweg leuchten in Farben und die Tage sind noch lang genug. Im Hochaugust dagegen erlebt auch ein so abgelegener Ort seinen kleinen Ansturm an Wochenenden; die Nebensaison oder Werktage verwandeln das Erlebnis komplett. Meide unbedingt Regentage oder die Zeit unmittelbar danach: In den Tunneln tropft Wasser, der Boden wird rutschig, und die Kälte des Felsens ist spürbar.
Eine Wanderung, die langsam gelebt werden will
Ein praktischer Tipp: Erlebe diesen Weg nicht als einfache Panoramawanderung. Trag im Bewusstsein mit, was es bedeutet, dort zu gehen, wo Tausende Soldaten gearbeitet und gekämpft haben. Gönn dir eine lange Rast an den Porte del Pasubio, verlängere vielleicht zum Dente Italiano oder zu den Wegen der Zona Sacra, wo Schützengräben und Denkmäler den Bergkrieg besser erzählen als jedes Museum. Brich früh auf, kleide dich in Schichten, denn in der Höhe ist die Luft auch im Sommer frisch, und kalkuliere die Zeiten ehrlich: Der Höhenunterschied ist anspruchsvoll, und nichts ist schlimmer, als dem Sonnenuntergang auf einem unbekannten Weg hinterherzueilen. Die Straße der 52 Tunnel belohnt, wer sie langsam und mit Respekt geht – nicht die, die sie im Laufschritt hinter sich bringen.
Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Die Straße der 52 Tunnel am Pasubio?
Il periodo consigliato è Juni, September e Oktober, quando è meno affollata.
Dove si trova Die Straße der 52 Tunnel am Pasubio?
Die Straße der 52 Tunnel am Pasubio si trova in Pasubio-Massiv, Piccole Dolomiti, Vicenza, Italien.