Statt der Uffizien: die Kunst von Firenze und der Toscana abseits der Schlangen
Endlose Schlangen vor den Uffizien? Museen, Kreuzgänge und Fresken in Firenze und der Toscana, wo man die Kunst in Ruhe betrachten kann, oft sogar gratis.
Die Uffizien zählen weiterhin zu den größten Gemäldegalerien der Welt, doch wer in der Hochsaison dort war, weiß, was das bedeutet: Warteschlangen im Freien, überfüllte Säle, zehn Sekunden vor Botticellis Venus, bevor man verdrängt wird. Eine Alternative zu den Uffizien zu suchen bedeutet nicht, auf die Kunst von Firenze zu verzichten — im Gegenteil: die Stadt und die Toscana sind voller Meisterwerke, die sich in Stille betrachten lassen, manchmal allein, oft zum vergünstigten Preis oder gratis. Hier ein paar Adressen.
Kunst in Firenze
Nur wenige Schritte von Piazza San Marco entfernt, in der Via Cavour, öffnet sich der Chiostro dello Scalzo: ein kleiner Innenhof, den Andrea del Sarto vollständig mit den Geschichten Johannes des Täufers in Grisaille freskiert hat — in einer monochromen, erdfarbenen Malerei, welche die Skulptur imitiert. Es ist einer der Höhepunkte der Florentiner Renaissance, der Eintritt ist frei und die Öffnungszeiten sind begrenzt (morgens, an einigen Tagen pro Woche: es empfiehlt sich, sie vorab zu prüfen). Häufig betritt man ihn zu zweit oder zu dritt.
Einen Häuserblock entfernt liegt der wahre Trumpf. Das Museo di San Marco bewahrt die größte Sammlung von Werken des Beato Angelico weltweit, vor allem aber die 44 Zellen der Dominikaner, jede einzeln freskiert: jeder Mönch hatte seine eigene Szene aus dem Leben Christi zur Meditation. Die Verkündigung am oberen Ende der Treppe ist so berühmt wie jede Tafel der Uffizien, doch hier betrachtet man sie in der Stille des von Michelozzo entworfenen Klosters. Im selben Stadtviertel lohnt sich der Umweg zwischen dem botanischen Garten und den stillen Höfen von San Marco, zwei Schritte von der Galleria dell'Accademia entfernt, aber in völlig anderer Atmosphäre. Und wer nach Skulptur sucht: das Bargello (Donatello, Michelangelo, die Della Robbia) steht den Uffizien in nichts nach und lässt sich mit halb so vielen Besuchern besichtigen; für Fresken bleibt die Brancacci-Kapelle von Masaccio eine Lektion in Malerei ohne Warteschlange.
Außerhalb von Firenze
Außerhalb von Firenze weitet sich die Kunst der Toscana. Im Valtiberina gibt Anghiari der Schlacht von 1440 seinen Namen, die Leonardo im Palazzo Vecchio malte und die dann verloren ging: das Museo della Battaglia erzählt sie mit Zeichnungen und Kopien, während der nahe Palazzo Taglieschi eine Madonna von Jacopo della Quercia und eine Weihnachtsszene von Andrea della Robbia bewahrt. Von hier aus liegen Sansepolcro und Monterchi, die Heimat Piero della Francescas, in Reichweite: sein Polittico della Misericordia und die Madonna del Parto lassen sich in städtischen Museen betrachten, in denen man nicht Schlange steht. Eine Renaissance-Route erster Ordnung, die kaum jemand als Konkurrenz zu Firenze wahrnimmt.
Richtung Siena wird Kunst zur Architektur. Die Zisterzienserabtei von San Galgano ist eine gotische Kathedrale ohne Dach, offen zum Himmel; kurz oberhalb bewahrt die Rotunde von Montesiepi das Schwert im Stein des Heiligen und die trecentesken Fresken von Ambrogio Lorenzetti, mit einer Maestà und einer Szene, in der Galgano dem heiligen Michael das Schwert reicht. Sieneser Malerei des 14. Jahrhunderts inmitten der Felder — kein überteuertes Ticket, das drei Wochen im Voraus gebucht werden muss.
Jenseits der Renaissance
Die toskanische Kunst beginnt jedoch nicht mit der Renaissance. In der Tuff-Maremma sind die Vie Cave von Sovana bis zu zwanzig Meter tiefe Korridore, die die Etrusker in den Fels schnitten, neben Nekropolen mit monumentalen Gräbern: eine Landschaftsskulptur aus zweieinhalbtausend Jahren. Ganz in der Nähe verwebt Pitigliano etruskischen Fels, ausgehöhlte Gassen und das „Kleine Jerusalem" seines Ghettos, mit Synagoge und Backöfen im Fels. Zum Abschluss der Maremma-Runde erzählen das ummauerte Dorf Pereta und im Morgengrauen, vor den Reisebussen, die freien Thermen von Saturnia dieselbe Toscana aus einer anderen Perspektive.
Und für eine Kunst, die verblüfft, wartet im Valdarno Sammezzano — das orientalistische Schloss des 19. Jahrhunderts mit seinen maurischen Sälen in unmöglichen Farben: ein zerbrechliches Meisterwerk, nur zu besonderen Anlässen zugänglich, das zeigt, wie „Kunst in der Toscana" nicht nur das Trecento und Quattrocento meint.
Praktische Tipps
Ein praktischer Rat gilt für all diese Orte: reisen Sie in der Nebensaison und früh am Morgen. Januar, Februar und November leeren selbst die Florentiner Säle, und viele dieser kleineren Stätten schließen nie wirklich wegen Overtourism. Kunst wird dann wieder zum Zwiegespräch.
Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Statt der Uffizien?
Il periodo consigliato è Januar, Februar, März e November, quando è meno affollata.
Dove si trova Statt der Uffizien?
Statt der Uffizien si trova in Italien.