Murge, Apulien

Der Radweg des Apulischen Aquädukts über die Murge

Auf der Alta Murgia, einem fast unbewohnten mondähnlichen Hochplateau Apuliens, folgt der Schotterweg dem Hauptkanal des Apulischen Aquädukts durch Steppen, Masserien und Jazzi. Eine weite, stille Landschaft fernab der überlaufenen Reiseziele.

Foto di Murge, Apulien — Der Radweg des Apulischen Aquädukts über die Murge

Foto: Bernard Gagnon (CC0) — Wikimedia Commons

Hinter dieser Reise steckt eine einfache und faszinierende Idee: dem Wasser zu folgen. Der Apulische Aquädukt, eines der großen Wasserbauwerke Italiens, bringt seit über einem Jahrhundert Wasser vom Apennin bis zum Absatz Italiens, und sein Hauptkanal verläuft verborgen unter einem Wartungsweg, der heute zu einer außergewöhnlichen Grünroute geworden ist. Ihn zu befahren bedeutet, die Alta Murgia zu durchqueren, ein offenes und fast unbewohntes Kalkhochplateau — eines der am dünnsten besiedelten und am wenigsten touristischen Gebiete Apuliens, weit entfernt vom Postkartenbild der Küste.

Die Landschaft

Hier ist die Landschaft die der mediterranen Steppe: grasbewachsene Weiten, Steinfelder, wenige Bäume und ein weiter Horizont. Es sind die Weiden, auf denen einst die Herden der Transhumanz eintrafen, und noch heute begegnet man den jazzi, den alten Schafunterständen aus Stein, und den einsamen Masserien, die die Leere sprenkeln. Das Herz dieses Gebiets ist der Nationalpark Alta Murgia mit Castel del Monte, der rätselhaften achteckigen Burg Friedrichs II., die einsam über dem Hochplateau aufragt und das markanteste Wahrzeichen der gesamten Region ist.

Die Route entlang des Kanals berührt oder streift Orte wie Gravina in Puglia, das über seiner tiefen, vom Wildbach ausgehöhlten Schlucht liegt, mit der Brücken-Aquäduktkonstruktion und den Felsenkirchen; Spinazzola und Minervino Murge, wegen seiner Aussichten „Balkon der Murge" genannt; und weiter südlich die Dörfer der Murgia der Trulli und Grotten. Entlang der Strecke stößt man auf die charakteristischen Bauwerke des Aquädukts, Wärterhäuschen und Kanalbrücken, Zeichen einer Ingenieurskunst, die die Geschichte dieses durstigen Landes verändert hat.

Das Gelände

Der Untergrund ist überwiegend fester Schotter, die klassische Wartungsstraße des Aquädukts, und deshalb braucht man ein passendes Rad: Gravel- oder Mountainbike, mit Reifen, die steinigen Abschnitten und Kies gewachsen sind. Das Schöne am Hochplateau ist, dass die Steigungen entlang des Kanals in der Regel sanft und gleichmäßig bleiben, denn das Wasser fließt durch Schwerkraft nach unten; insgesamt ist die Murgia jedoch eine Abfolge von Wellen, und der ein oder andere kräftige Anstieg fehlt nicht. Der Aufwand ist für alle mit etwas Kondition zu bewältigen, aber die eigentliche Herausforderung liegt woanders: in der Abgeschiedenheit und der Exposition.

Genau deshalb ist Autonomie entscheidend. Auf dem Hochplateau gibt es kilometerweit keine Brunnen, keine Bars, keine Ortschaften: Die Versorgungspunkte sind die Orte am Rand, man muss also mit reichlich Wasser aufbrechen — vor allem, weil Schatten praktisch fehlt und die Sonne unbarmherzig brennt. Um dorthin zu gelangen, orientiert man sich mit Auto oder Zug an den Murgia-Städtchen wie Gravina, Altamura oder Spinazzola, bekannt für Brot und lokale Erzeugnisse, von denen aus man auf die Strecke einfährt. Studiere im Voraus, wo du im Notfall in einen Ort zurückkehren kannst.

Wann hinfahren

Die beste Zeit sind die Übergangsjahreszeiten: vom Frühling bis zum Herbst, unter Vermeidung des Hochsommers. April und Mai sind herrlich, mit grüner, blühender Steppe und wilden Orchideen; der Herbst bis Oktober bietet goldenes Licht und milde Temperaturen. Der Sommer auf dem Hochplateau ist hart, mit intensiver Hitze und keinerlei Schutz, der Winter kann windig und rau sein. Menschenmengen gibt es schlicht nicht: Dies ist einer der Orte, an denen du am ehesten einen ganzen Tag lang niemandem begegnest — und genau das macht ihn kostbar.

Praktische Tipps

Ein praktischer Rat: Betrachte Sonne und Wasser als die eigentliche Herausforderung der Reise. Brich früh am Morgen auf, um in den kühlen Stunden zu fahren, trage Sonnenschutz und Kopfbedeckung, nimm mehr Wasser mit, als du zu verbrauchen glaubst, und plane die Etappen so, dass du einen Ort vor den heißesten Nachmittagsstunden erreichst. Und gönne dir eine Pause in einer Masseria: Viele empfangen heute Reisende und bieten die beste Gelegenheit, das Brot aus Altamura und die Käse der Murgia nach einem Tag Steppe und Stille zu genießen.

Praktische Informationen

Qual è il periodo migliore per visitare Der Radweg des Apulischen Aquädukts über die Murge?

Il periodo consigliato è April, Mai, Juni, September e Oktober, quando è meno affollata.

Dove si trova Der Radweg des Apulischen Aquädukts über die Murge?

Der Radweg des Apulischen Aquädukts über die Murge si trova in Murge, Apulien.

Adatto a: Aprile Maggio Giugno Settembre Ottobre

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