Radweg München–Venedig: der italienische Abschnitt von Toblach nach Treviso
Der italienische Abschnitt des Radwegs München–Venedig: 220 km von Toblach nach Treviso durch die Dolomiten, das Valsugana und das venezianische Voralpenland.
Von München nach Venedig mit dem Rad: der italienische Abschnitt von den Alpen bis zur Ebene
Der München–Venedig ist einer der großen europäischen Radfernwege: 560 Kilometer von der Isar zur Adria, quer durch die Alpen. Der italienische Abschnitt von Toblach nach Treviso (und weiter nach Venedig) ist rund 220 Kilometer lang und durchquert einige der spektakulärsten Landschaften der Dolomiten und Venetiens. Und doch ist er außerhalb der Radler-Community wenig bekannt. Während Touristen die Dolomitenstraßen mit dem Auto verstopfen, gleiten die Radler des München–Venedig lautlos am Fluss entlang, durch Täler, die wie gemalt wirken, und Dörfer, in denen die Zeit anders tickt.
Der italienische Verlauf
Toblach – Cortina d'Ampezzo (30 km)
Italien beginnt in Toblach (Dobbiaco), im Herzen des Hochpustertals. Der Radweg folgt der Trasse der alten Dolomitenbahn, 1962 stillgelegt und in einen der schönsten Radwege Italiens verwandelt. Man durchquert die beleuchteten, in den Fels geschlagenen Tunnel – stimmungsvoll und kühl auch im Hochsommer – und fährt am Dürrensee entlang, in dem sich die Drei Zinnen spiegeln. Die Ankunft in Cortina ist spektakulär, mit den Nadeln der Tofane am Horizont.
Cortina – Calalzo di Cadore (35 km)
Von Cortina geht es das Boitetal hinab, ein sanftes, ununterbrochenes Gefälle durch Lärchen- und Fichtenwälder. Die Strecke folgt weiterhin der alten Bahnlinie, mit Tunneln und Panoramabrücken. In Valle di Cadore lohnt ein Halt im Ortskern mit den freskierten Häusern. Man erreicht Calalzo am Lago di Centro Cadore, wo der alte Bahnhof in einen Rastpunkt für Radler umgewandelt wurde.
Calalzo – Belluno (45 km)
Der landschaftlich abwechslungsreichste Abschnitt. Man folgt dem Piave durch das Longarone-Tal, wo eine Gedenktafel an die Vajont-Tragödie von 1963 erinnert. Die Bailey-Brücke und der Staudamm sind vom Weg aus sichtbar. Weiter geht es nach Belluno, einer eleganten und unterschätzten Stadt mit einer der schönsten Piazza dei Martiri Venetiens und einer besuchenswerten Kathedrale. Der Radweg verläuft am Piave entlang mit Blick auf die Belluneser Dolomiten.
Belluno – Feltre (30 km)
Zwischen Belluno und Feltre folgt der Radweg dem Valbelluna, einem weiten Gletschertal mit Obstgärten und Wiesen. Feltre ist ein verborgenes Juwel: Die Cinquecento-Altstadt mit den freskierten Palazzi der Piazza Maggiore und den venezianischen Stadtmauern ist eine der intaktesten Venetiens. Nur wenige Touristen kommen bis hierher, und das ist Teil ihres Charmes. Von Feltre aus zweigt zudem die Variante durch das Valsugana Richtung Trient ab.
Feltre – Treviso (80 km)
Der letzte Abschnitt führt in das venezianische Voralpenland hinab, durch Montebelluna und die Prosecco-Zone von Asolo. Die Landschaft wird hügelig, dann flach. Man durchquert Dörfer wie Castelfranco Veneto mit seinen perfekt erhaltenen mittelalterlichen Stadtmauern und dem Giorgione in der Kathedrale. Die Ankunft in Treviso entlang der Sile mit ihren Wassermühlen ist ein sanftes und unerwartetes Finale. Von Treviso aus führt der Radweg weiter nach Venedig (weitere 40 km), doch Treviso selbst verdient mindestens eine Nacht für seine Osterien und Kanäle.
Praktische Informationen
Schwierigkeit
Mittlerer Schwierigkeitsgrad in Nord-Süd-Richtung, dank der überwiegenden Abfahrten. Positive Gesamthöhe rund 1.000 Meter, negative rund 2.200 Meter. Länge 220 km, in 3–5 Tagen zu bewältigen. Belag fast vollständig asphaltiert, mit kurzen Schotterabschnitten im Cadore. Mit jedem Fahrrad befahrbar, auch mit einem robusten Citybike.
Wann fahren
Von Mai bis Oktober. Juni und September sind die idealen Monate: Die Tage sind lang, die Temperaturen mild, die Dolomiten wolkenfrei. Juli und August sind machbar, aber im Venetien-Abschnitt heißer. Die Tunnel können auch im Sommer kühl sein: eine Weste einpacken.
Logistik und Transport
Am praktischsten ist der Zug: Toblach ist von Franzensfeste (Brennerlinie) erreichbar, und Treviso hat direkte Verbindungen nach Venedig, Padua und Mailand. Alle Regionalzüge nehmen Fahrräder mit. Mehrere lokale Reiseveranstalter bieten Pakete mit Gepäcktransport zwischen den Etappen.
Was mitnehmen
- Thermoweste für die Tunnel (auch im Sommer können es 10 °C sein)
- Starke Lichter für die längeren Tunnel
- Trinkflasche und Snacks für die Gebirgsabschnitte ohne Versorgung
- Wasserdichte Taschen: Nachmittagsgewitter in den Dolomiten sind häufig
- Ausweisdokument (Grenzgebiet)
Wo übernachten und essen
Der Weg durchquert alle 15–20 km bewohnte Orte mit reichlicher Auswahl an Unterkünften. Im Cadore bieten historische Hotels Halbpension mit regionaler Küche zu vernünftigen Preisen. In Belluno und Feltre B&Bs in der Altstadt. Im Venetien-Abschnitt Agriturismi zwischen den Weinbergen. Zum Essen: Casunziei ampezzani (Rote-Bete-Ravioli) im Cadore, Pastin bellunese, Fegato alla veneziana im Trevigiano und überall Prosecco.
Die große stille Durchquerung
Der München–Venedig ist eine epische Reise, die keine Heldentaten verlangt. In drei Tagen fährt man von den Dolomiten in die Ebene, durchquert fünf Täler und drei Provinzen, isst drei verschiedene Küchen. Und all das im Stillen, ohne Motor, nur mit dem Geräusch der Räder auf dem alten Bahnschotter. Es ist die schönste Art, zu verstehen, wie die Alpen zu Italien werden.
Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Radweg München?
Il periodo consigliato è Mai, Juni, Juli, August, September e Oktober, quando è meno affollata.
Radweg München è affollata?
Radweg München è una meta molto tranquilla rispetto alle destinazioni più turistiche.
Dove si trova Radweg München?
Radweg München si trova in Toblach – Treviso, Trentino-Südtirol / Venetien.