Val Malenco, Lombardei, Italien

Alta Via des Val Malenco

In der Provinz Sondrio bietet das Val Malenco die Gletscher des Bernina, grüne Serpentingesteine und historische Hütten entlang der Alta Via della Valmalenco. Ein Tal, das im Schatten des Engadins und des Stilfser Jochs geblieben ist – hier wandert man noch in Ruhe.

Foto di Val Malenco, Lombardei, Italien — Alta Via des Val Malenco

Foto: Mænsard Vokser (CC BY-SA 4.0) — Wikimedia Commons

Eingeklemmt zwischen dem Schweizer Engadin und dem Stilfser Joch lebt das Val Malenco vom Widerschein seiner berühmteren Nachbarn. Und doch ist dieses Tal, das von Sondrio zum Bernina-Massiv aufsteigt, eines der großen Geheimnisse der italienischen Alpen: Gletscher, Seen, historische Hütten und eine Gesteinsfarbe, die sonst nirgends zu finden ist – das Grün des Serpentins, aus dem hier seit Jahrhunderten der Speckstein für Töpfe und Pfannen gearbeitet wird. Im Malenco zu wandern heißt, das Hochgebirge ohne Gedränge zu erleben, denn der Besucherstrom fließt ganz von selbst zu bekannteren Zielen ab.

Die Alta Via

Roter Faden ist die Alta Via della Valmalenco: eine lange Rundtour in acht Etappen und rund 110 Kilometern, die um das Tal herumführt und die Hütten Etappe für Etappe verbindet. Man muss sie nicht komplett gehen, um ihr Wesen zu erfassen; einzelne Abschnitte lassen sich herausgreifen, jeder mit seinem eigenen Charakter. Die Seite, die zum Bernina blickt, ist die spektakulärste: Steigt man zu Höhenhütten wie der Marinelli Bombardieri auf, die über den Gletschern des Scerscen und des Bernina wacht, steht man Aug in Aug mit Séracs und Firnfeldern der einzigen Viertausender der Rätischen Alpen.

Die Hütten

Das Tal ist mit historischen und einladenden Stützpunkten übersät. Die Bignami-Hütte thront über dem Kessel der Alpe Fellaria, nahe am Stausee und dem gleichnamigen Gletscher; die Hütten Gerli-Porro und Longoni bewachen den Bereich von Chiareggio und des Pizzo Disgrazia; die Cristina-Hütte liegt an der Alpe Prabello, am Fuß des Pizzo Scalino, dem Wahrzeichen des Tals mit seiner pyramidalen Form. Zwischen den Hütten überquert man Scharten, noch bewirtschaftete Almen, kleine Seen und Weiten aus grünem Gestein: Die Bocchetta delle Forbici ist einer der Schlüsselübergänge, der die verschiedenen Zweige der Alta Via verbindet.

Wie man hinkommt

Der offizielle Rundweg beginnt und endet in Torre di Santa Maria, doch das Tal erreicht man von Sondrio aus über die Orte Lanzada und Chiareggio, von wo die Zugänge abzweigen. Manche höher gelegenen Ausgangspunkte wie Franscia oder die Almkessel verkürzen die Höhenunterschiede zu den Hütten. Die Alta Via ist als Gesamtweg ein mehrtägiges Trekking, das gute Kondition, Selbstständigkeit und Berg­erfahrung verlangt: Die täglichen Höhenmeter sind beträchtlich, und einige Etappen überqueren hohe, steinige Pässe. Alpinistisch technisch ist die Strecke nicht, solange man auf den markierten Wegen bleibt, doch bestimmte Höhentraversen erfordern stabiles Wetter und sicheren Tritt. Die einzelnen Aufstiege zu den Hütten sind hingegen Tagestouren für trainierte Wanderer.

Wann hinreisen

Die Saison ist der Hochsommer, Juli und August, wenn die Hütten geöffnet und die Pässe schneefrei sind. Selbst in den beliebtesten Monaten bleibt das Val Malenco erstaunlich ruhig: Die Nähe zu renommierteren Zielen sorgt dafür, dass die meisten Besucher es links liegen lassen und die Wege denen überlassen, die sie zu suchen wissen. Anfang und Ende der Saison können Altschneefelder die höchsten Passagen erschweren – am besten prüft man die Bedingungen vor dem Aufbruch bei den Hüttenwirten. Der September, wenn die Hütten noch offen sind und die Weiden vergilben, ist vielleicht der poetischste Moment, um das Tal zu besuchen: mit tiefstehendem Licht, das das Grün des Serpentins entzündet, und Gletschern, die in der bereits herbstlichen Luft scharf hervortreten.

Ein praktischer Rat: Reserviere die Betten in den Hütten rechtzeitig und rufe die Hüttenwirte an, um dich nach dem Zustand der Wege zu erkundigen, denn die Bedingungen in der Höhe ändern sich von Woche zu Woche. Nimm auch im August warme, winddichte Kleidungsschichten mit, denn nahe den Bernina-Gletschern bleibt die Luft kalt, und behalte am Nachmittag den Himmel im Blick. Nimm dir schließlich Zeit, das Gestein zu betrachten: Das Grün des Serpentins und der in den Dörfern verarbeitete Speckstein erzählen eine Geschichte von Bergen und Handwerk, die das Malenco von jedem anderen Alpental unterscheidet.

Praktische Informationen

Qual è il periodo migliore per visitare Alta Via des Val Malenco?

Il periodo consigliato è April, Mai, Juni, September e Oktober, quando è meno affollata.

Dove si trova Alta Via des Val Malenco?

Alta Via des Val Malenco si trova in Val Malenco, Lombardei, Italien.

Adatto a: Aprile Maggio Giugno Settembre Ottobre

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